Kaum ist der Schnee weggeschmolzen erwacht die Natur. Die Zugvögel kehren aus dem Süden zurück und die Amphibien erwachen aus ihrer Winterstarre. Eile ist geboten, denn bis zum nächsten Winter muss der Nachwuchs bereits wieder selbständig sein können. In stark belebten Gebieten ist das für die Tiere nicht einfach. Sie sind auf die Hilfe der Menschen angewiesen. Im Bereich Natur- und Tierschutz leisten viele Menschen wertvolle Freiwilligenarbeit.
Mehr als 350 Nistkästen befinden sich auf dem Gebiet der Gemeinde Degersheim. Sie dienen jenen Vögeln, die zum Brüten auf Höhlen angewiesen sind, jedoch keine solchen mehr vorfinden, als Brutstätte. Die Vögel beziehen den Nistkasten im Frühling, nisten sich dort gemütlich ein, ziehen ihre Jungen gross und verlassen ihre Behausung im Herbst, um gegen Süden zu ziehen. Sie hinterlassen ihr Nest voller Kot, welcher teilweise diverse Parasiten anzieht.
Vogelgesang als Lohn
Die Präsidentin des Natur- und Vogelschutzvereins, Vreni Lenherr, reinigt jeweils zusammen mit den Vereinsmitgliedern die Nistkästen. „Noch vor dem ersten Schnee säubern und reparieren wir die Nistkästen, damit im nächsten Frühling wieder viele Vögel einen schönen Platz bei uns finden“ erklärt sie. Für sie ist es eine Freude, wenn verschiedenste Vogelarten mit ihrem Gesang unsere Umgebung bereichern. Neben den Vögeln engagiert sich der Natur- und Vogelschutzverein auch zum Schutz der Amphiben, welche vor allem beim Magdenauer Weiher und den dortigen Feuchtgebieten ihren Lebensraum haben. Durch die Strassen unmittelbar neben den Weihern ist der Gang zu den Laichplätzen am Wasser für die Frösche und Erdkröten und Bergmolche schwierig. Die Mitglieder des Natur und Vogelschutzvereins stellen darum über mehrere hundert Meter kleine Zäune auf. Diese hindern die Amphibien daran, auf die Strasse zu gelangen und leiten sie zu einem Weg, welcher unter der Strasse hindurch zum Wasser führt.
Amphibien in einem Schutzgebiet von nationaler Bedeutung pflegen
Nicht alle Amphibien können aber mit einem sogenannten Leitwerk zum Weiher geführt werden. Es gibt auch Stellen, vor allem bei Waldstücken, an welchen die Tiere ungehindert auf die Strasse gelangen. Aus diesem Grund sind von Ende Februar bis Mitte April, jeweils in den Abendstunden, Personen mit Eimern unterwegs, welche diese Tiere einsammeln und sicher zum Wasser bringen. Organisiert wird die Einsammelaktion von Toni Helbling, welcher dabei auf die Unterstützung von gut zehn Helferinnen und Helfer zählen kann. Toni Helbling ist Verantwortlicher für den Amphibienschutz in Magdenau, einem Amphibienschutzgebiet von nationaler Bedeutung. Neben der Überwachung der Amphibienwanderung kontrolliert er auch regelmässig den Zustand der Leitwerke und des Weihers und erstattet der Gemeinde Bericht, wenn Handlungsbedarf besteht. Sein ehrenamtliches Engagement zugunsten der Natur ist für ihn ein guter Ausgleich zum Berufsalltag. „Das Auseinandersetzen mit Tier und Natur an diesem schönen Ort bereitet mir Freude“ erklärt Toni Helbling die Motivation für seinen Dienst, den er schon seit bald 10 Jahren ausführt.
Viele Engagierte
Neben den erwähnten Beispielen gibt es noch viele weitere Menschen, die sich in ihrer Freizeit für die Natur und Tiere einsetzen. Sei es bei der Pflege von Naturschutzgebieten wie beispielsweise dem Rotmoos, der Reinigung von Flussläufen, durch das Weitergeben von Verhaltensweisen im Umgang mit der Umwelt und vielem mehr. Die Gemeinde ist dankbar für jeden dieser Einsätze, tragen sie doch viel dazu bei, die Gemeinde Degersheim zu einem schönen und lebenswerten Ort zu machen.


