Die Gemeinde Degersheim zählt neu zum Perimeter des Agglomerationsprogramms St.Gallen-Bodensee. Der Bund hat entschieden, dass Degersheim als Agglomerationsgemeinde anerkannt und somit bei der Planung des nächsten Agglomerationsprogramms (5. Generation) berücksichtigt wird. Dies ermöglicht der Gemeinde, ab 2028 von der Beteiligung des Bundes an der Finanzierung von Verkehrsinfrastrukturen profitieren zu können.

Das Agglomerationsprogramm umfasst Massnahmen zur abgestimmten Siedlungs- und Verkehrsentwicklung über Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinweg. Degersheim interessierte sich bereits seit einiger Zeit für eine Aufnahme ins Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee. Die zu geringen Pendlerströme ins Agglomerationszentrum St.Gallen verunmöglichten jedoch eine Aufnahme. Neu berücksichtigt der Bund für die Beurteilung jedoch nicht nur den Ist-Zustand, sondern auch die planerischen Aspekte einer Gemeinde. Deswegen hat die Trägerschaft des Agglomerationsprogramms St.Gallen-Bodensee, bestehend aus der REGIO Appenzell – St.Gallen- Bodensee und den drei Kantonen Appenzell Ausserrhoden, St.Gallen und Thurgau, die Aufnahme von Degersheim beantragt. Mittlerweile wurde der Antrag gutgeheissen. Ziel der Agglomerationsprogramme ist das Lösen der Verkehrsprobleme in den Agglomerationen und ihren Zentren. «Es macht absolut Sinn, dass die Gemeinde Degersheim nun in den Perimeter aufgenommen wird. Sie weist lokale Zentrumsfunktion auf – wie beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten oder einen lokalen öV-Knoten – und ist daher wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Agglomerationsraums», so Tobias Winiger, Verantwortlicher Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee.

Chancen für Degersheim

Das Agglomerationsprogramm kann und soll die räumliche und verkehrliche Entwicklung in Degersheim positiv beeinflussen. Es leistet einen wichtigen Impuls für Verkehrssicherheit, Multimodalität sowie den Fuss- und Veloverkehr. Die Gemeinde verpflichtet sich im Gegenzug zur Umsetzung von Siedlungs- und Landschaftsmassnahmen aus dem Agglomerationsprogramm. Andreas Baumann, Gemeindepräsident Degersheim, sieht mit der Aufnahme ins Agglomerationsprogramm klare Vorteile: «So können nun die Bestrebungen vorangetrieben werden, unsere Anbindung an die Region und die Zentren zu stärken. Für die Gemeinde Degersheim, am Rand der Region, ist dies ein Glücksfall, da damit die Vorzüge der ländlichen Umgebung mit den Vorteilen der städtischen Zentren kombiniert werden können».

Agglomerationsprogramm bereits seit 2011 am Laufen

Das Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee ist ein Zukunftsbild der Region und setzt Strategien und Massnahmen in den Bereichen Landschaft, Siedlung und Verkehr um. Damit leistet das Agglomerationsprogramm einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität des Wirtschafts- und Wohnstandorts. Seit 2011 wurden Projekte wie die S-Bahn St.Gallen, die Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen, die Entlastungsstrasse in Arbon (NLK) oder wichtige Massnahmen rund um die Bahnhöfe Rorschach, Goldach und Arnegg, sowie eine Vielzahl von Massnahmen zugunsten des Fuss- und Veloverkehrs umgesetzt. Weiter wurden wichtige Infrastrukturmassnahmen wie beispielsweise der Busbahnhof in Flawil realisiert.

Zugang zu Bundesgeldern

Der Bund überprüft die Agglomerationsprogramme fortlaufend und beurteilt diese in einem Ranking. Das Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee zählt aufgrund seines hohen Wirkungsgrades schweizweit zu den besten. Der Bund beteiligte sich bei den bisherigen Projekten des Agglomerationsprogramms mit 40% an den Investitionskosten. Ab 2028 wird auch die Gemeinde Degersheim von diesen Bundesgelden profitieren können.