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title: "Gemeinderat im Strategieworkshop"
author: "Gemeinde-News Degersheim"
published: 2026-06-04
region: "Degersheim"
canonical_url: https://flawil-degersheim.regioticker.ch/article/04-06-26-gemeinderat-im-strategieworkshop
publisher: RegioTicker
image: https://www.degersheim.ch/newsimg/thumb_1780477148_gw.jpg
---# Gemeinderat im Strategieworkshop

**Mitte Mai traf sich der Gemeinderat zu seiner Klausurtagung im Fabrikantenhaus in Schwellbrunn. Dort befasste er sich mit Grundlagen zu den Gemeindefinanzen und mit der Entwicklung der Gemeinde. Die intensive Tagung lieferte den Ratsmitgliedern verschiedene hilfreiche Erkenntnisse und liess Raum für ausführliche Diskussionen.**

Mitte Mai traf sich der Gemeinderat zu seiner Klausurtagung im Fabrikantenhaus in Schwellbrunn. Dort befasste er sich mit Grundlagen zu den Gemeindefinanzen und mit der Entwicklung der Gemeinde. Die intensive Tagung lieferte den Ratsmitgliedern verschiedene hilfreiche Erkenntnisse und liess Raum für ausführliche Diskussionen.

Die Gemeinde Degersheim wächst und die aktuellen, teils doch recht grossen Bauvorhaben zeigen auf, dass sich die Bevölkerungszahlen in den kommenden Jahren weiter nach oben entwickeln werden. Das bringt einerseits mehr Steuereinnahmen, andererseits aber auch mehr Aufwand in der Verwaltung mit sich. Zudem wachsen mit der Zunahme der Bevölkerung auch deren Ansprüche. Klar ist es schön, wenn man mit den Mehreinnahmen bei den Steuern den Steuerfuss weiterhin senken kann. Aber wichtig ist es nun auch, sich Überlegungen zu machen, was eine Gemeinde in der mittelfristig wohl 4'500 bis 5'000 Einwohnende leben, braucht, um den Ansprüchen gerecht zu werden bzw. auch um ihre Aufgaben weiterhin erfüllen zu können. Dabei ist aber auch wichtig zu evaluieren, was es nicht mehr braucht, was alte Zöpfe sind, die abgeschnitten oder neu geflochten werden können. Mit diesen Fragen befasste sich der Gemeinderat an seiner Klausurtagung Mitte Mai.

**Spielerische Lehrstunde**

Zuerst ging es jedoch um die Finanzen. Unter der Anleitung von Andreas Baumann spielte der Gemeinderat die Zahlungsflüsse einer Gemeinde durch. Dies mit dem Ziel, ein gemeinsames Verständnis für das Zusammenspiel von Eigenkapital, Verschuldung, Investitionen, Einnahmen und Steuerfuss zu schaffen. Die Erkenntnis daraus: Die Investitionen in die Infrastruktur und die Maschinen darf keinesfalls vernachlässigt werden, nur um den Steuerfuss zu senken. Wichtig ist jedoch auch eine zeitliche Staffelung der Investitionen, um die Erfolgsrechnung konstant zu halten.

**Keine Utopien**

Nachdem der Gemeinderat auch einige statistische Zahlen zur Steuerlast zur Kenntnis genommen hatte, präsentierten die einzelnen Mitglieder das Resultat ihrer Vorbereitungsaufgabe. So hielten alle ein kurzes Plädoyer für eine oder mehrere Entwicklungsmassnahmen, die aus ihrer Sicht ergriffen werden sollten. Dabei zeigte sich, dass der Gemeinderat realitätsbezogen einen grossen Wert auf das Bewahren setzt. So orientierten sich alle Voten am Bestand und waren eher auf Instrumente ausgerichtet, mit denen die bisherige Kontinuität und Entwicklung weiterhin gewährleistet werden kann.

**Planung**

Eine weitsichtige Planung von Unterhalt und Investitionen sowie die realistische Einschätzung kommender Ausgaben, ist dem Gemeinderat für seine Entscheidungsfindung wichtig. Nur so kann er sein Augenmerk auf eine ausgeglichene Rechnung sowie eine langfristig stabile Finanzsituation richten. Zudem ist die Kenntnis über das Notwendige für ihn eine Voraussetzung dafür, sich realistische Gedanken über die Entwicklung machen zu können. So zeigten die Flip-Charts am Ende des Tages nicht eine Liste mit neuen Ideen, sondern ein vielfältiges Mosaik aus Grundlagen. Grundlagen, die eine solide Basis bilden für eine Gemeinde, die sich mit Bedacht entwickeln soll.

**Vertrauen und Verständnis**

Das gemeinsame Verbringen eines ganzen Tages ist auch für das Innenleben des Gremiums sehr wichtig. So nutzten die Mitglieder die Gelegenheit, "heisse" Themen ohne Zeitdruck auszudiskutieren und zu klären. So konnten auch Missverständnisse geklärt werden, die während den ordentlichen Sitzungen entstanden waren und noch im Raum standen. "Gegenseitiges Verständnis ist wichtig für das Vertrauen ineinander," bestätigt auch Gemeindepräsident Andreas Baumann. "Denn ohne Vertrauen ist eine erfolgreiche Zusammenarbeit in einem Gremium oder zwischen Gemeinderat und Gemeindeverwaltung nicht möglich."

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