Seit dem Jahr 1925 prägt die Jakobuskirche das Degersheimer Dorfbild, und feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Die Geschichte des Gotteshauses ist eng mit der Geschichte des Dorfs und der Gemeinde Degersheim verknüpft. Am 14. September feiert die SEMA das Jubiläum und lädt die Bevölkerung zum Mitfeiern ein.
Die katholische Kirche ist ein bekanntes Erkennungsmerkmal des Dorfs Degersheim. Mit dem charakteristischen grünen Turmdach und dem grossen Ziffernblatt prägt sie gemeinsam mit der reformierten Kirche das Dorfbild. Vor 100 Jahren wurde der Bau fertig gestellt, weswegen die katholische Kirchgemeinde am 14. September die Bevölkerung zu einer Jubiläumsfeier einlädt.
Erste Kapelle im 15. Jahrhundert
Ursprünglich gehörten die Degersheimer Katholiken zur Kirchgemeinde Oberglatt (Flawil). Der Kirchweg dorthin war weit und beschwerlich. Deswegen wurde 1494 in Degersheim eine eigene Kapelle errichtet, in welcher der Pfarrherr von Oberglatt gelegentlich Gottesdienste feierte. Während der Reformation trat auch ein grosser Teil der Bevölkerung von Degersheim zum neuen Glauben über. So wurde die Kapelle in der Folge von Gläubigen beider Konfessionen benutzt. Die Brandkatastrophe vom März 1818, der das Dorf weitgehend zum Opfer fiel, zerstörte auch die alte Kapelle. Die beiden Kirchgemeinden bauten noch im selben Jahr gemeinsam ein neues Gotteshaus auf. Da bei der Errichtung offenbar unsorgfältig gearbeitet wurde, stürzte der neu gebaute Turm kurze Zeit später ein. Er konnte aber bereits zu Neujahr 1819 wieder aufgebaut werden.
Zwei Kirchen
In den folgenden Jahrzehnten nahm die Einwohnerzahl von Degersheim beträchtlich zu. Weberei und Stickerei verliehen dem Dorf einen grossen Aufschwung. Die beiden Kirchgemeinden gelangten daher zu der Auffassung, dass jede Pfarrei eine eigene Kirche haben müsse. 1906 beschlossen die Evangelischen den Bau ihres Gotteshauses, während für die Katholiken das alte Kirchlein noch einige Jahre seinen Dienst leistete (die Ecksteine des alten Kirchleins sind übrigens auf der heutigen Kirchenwiese immer noch zu sehen). Am 30. Juni 1922 konnte dann die feierliche Grundsteinlegung der Jakobuskirche stattfinden. In dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit diente der Bau auch als Arbeitsbeschaffungsmassnahme gegen die aufkommende Arbeitslosigkeit. Die ursprünglich 1924 geplante Einweihung konnte erst im September 1925 durchgeführt werden, da die Altarbilder erst dann fertiggestellt waren.
Kirchen prägen das Dorfbild
Die beiden Kirchen prägen das Degersheimer Dorfbild dank der unterschiedlichen Bauweisen, die einen einprägsamen Kontrast bilden. Dem eher filigranen orangefarbenen, schmalen Pyramidenturm der evangelischen Kirche steht der breit gebaute katholische Kirchturm mit der markanten barocken Zweibelkuppel gegenüber. Nach der Jahrhundertwende wollte sich jede aufstrebende Gemeinde mit auffälligen Bauten hervorheben. Degersheim war mit seiner damals herrschenden Blütezeit der Stickerei-Industrie und dem Bau der Bodensee-Toggenburg-Bahnlinie keine Ausnahme. So bilden die beiden Kirchtürme ein Dorfbild, das Degersheim schon von weitem als erkennbar machen.
Kirchenführungen und Jubiläumsfeier
Die Seelsorgeeinheit Magdenau (SEMA) möchte das Jubiläum gemeinsam mit der Bevölkerung feiern. Am Freitag, 12. September um 18.30 und am Samstag, 13. September um 10 Uhr führen die Dorfchronisten eine spannende Führung zur Geschichte der Kirche durch. Am Sonntag, 14. September findet der eigentliche Festakt statt. Um 10.15 Uhr beginnt der Festgottesdienst mit Bischof Beat. Der katholische und der evangelische Kirchenchor begleiten diesen Jubiläumsgottesdienst musikalisch. Anschliessend findet ein Apéro und ein vielseitiges Kinderprogramm auf dem Gelände der Jakobuskirche statt. Die SEMA lädt alle Interessierten herzlich ein, das Jubiläum gemeinsam zu feiern.
Die Chronikstube Degersheim widmet ihre aktuelle Ausstellung im Schaufenster der Hauptstrasse 73 der Entstehung der Jakobuskirche.


