Auf der Strasse stellt sich Müdigkeit oft schleichend und unbemerkt ein. Nach einem langen Arbeitstag, einer längeren Fahrt oder einem schweren Essen lässt die Aufmerksamkeit nach und die Reaktionsfähigkeit nimmt ab. Viele Lenkerinnen und Lenker glauben dennoch, sie könnten «noch ein wenig durchhalten». Eine weit verbreitete, aber riskante Angewohnheit. Der Touring Club Schweiz erinnert daran, wie wichtig es ist, Warnsignale rechtzeitig zu erkenne und richtig zu reagieren.
Wer müde fährt, verliert zunehmend die Kontrolle über sein Fahrverhalten. Wiederholtes Gähnen, Schwierigkeiten, die Augen offen zu halten, oder verschwommenes Sehen sind klare Warnzeichen. Häufig kommen Verspannungen im Rücken- und Nackenbereich sowie eine nachlassende Konzentration hinzu. Die Gefahr ist heimtückisch: Müdigkeit verringert die Reaktionsfähigkeit – oft, ohne dass sich die fahrende Person dessen bewusst ist. Innerhalb weniger Sekunden kann eine gewöhnliche Fahrt in einem Unfall enden.
Erkennungshilfen mit Grenzen
Seit Juli 2024 sind Neuwagen mit einem Müdigkeitswarner ausgestattet. Dieses System analysiert das Fahrverhalten und warnt optisch und akustisch, wenn eine Pause erforderlich wird. In gewissen Fahrzeugen kann auch der Spurhalteassistent auf eine nachlassende Aufmerksamkeit hinweisen. Diese Systeme sind jedoch nicht unfehlbar und fehlen bei vielen älteren Modellen. In den meisten Fällen bleibt es an der fahrenden Person, Anzeichen von Müdigkeit zu erkennen und rechtzeitig anzuhalten.
Einfache Massnahmen für mehr Wachsamkeit
Gegen Müdigkeit hilft nur Schlag. Ausreichende Erholung vor Fahrtantritt ist entscheidend. Tritt während der Fahrt Schläfrigkeit auf, kann ein kurzer Powernap von 15 bis 20 Minuten genügen, um die Aufmerksamkeit wieder auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Notlösungen wie Koffein, laute Musik oder frische Luft überdecken die Müdigkeit lediglich kurzfristig, ohne sie zu beseitigen.
Auch leichte Mahlzeiten, genügend Flüssigkeit, Rauchen am Steuer veremeiden und regelmässig e Pausen, helfen dabei, die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten. Anhalten, um sich zu bewegen oder zu dehnen, oder wenn möglich sich beim Fahren abzuwechseln, trägt ebenfalls zur Risikominimierung bei.
Aufmerksam bleiben – bis zum Ziel
Müdigkeit am Steuer ist niemals harmlos. Sie zu erkennen und unverzüglich zu handeln, zeigt Verantwortung gegenüber sich selbst und allen anderen Verkehrsteilnehmenden. Wer auf die eigenen Grenzen achtet und regelmässige Pausen einlegt, trägt aktiv zu mehr Sicherheit auf den Strassen bei. Auf der Strasse ist Wachsamkeit lebenswichtig.


