Die Jahresrechnung der Gemeinde Degersheim schliesst deutlich besser als erwartet und vor allem mit einem Ertragsüberschuss ab. Statt einem budgetierten operativen Verlust von rund zwei Millionen Franken resultiert am Ende ein Gewinn von rund 340'000 Franken. Der Gemeinderat beantragt deshalb erneut eine Steuerfuss-Senkung.
Rund 400'000 Franken mehr Steuereinnahmen, gut 200'000 Franken weniger Kosten bei der stationären Restpflegefinanzierung, weniger Beiträge an den öffentlichen Verkehr, deutliche Mehreinnahmen bei den Betreibungs- und den Baubewilligungsgebühren. Die Gründe für das positive Ergebnis und damit auch für die grosse Abweichung zum Budget sind vielfältig. Schlussendlich zählt die erfreuliche Erkenntnis, dass die Gemeinde Degersheim trotz Steuerfuss-Senkung und düsteren Prognosen zu Beginn des Jahres in der Lage war, die Finanzierung für die Aufgabenbewältigung sicherzustellen. Aufgrund des guten Abschlusses beantragt der Gemeinderat an der Bürgerversammlung bereits zum siebten Mal in Folge eine Steuerfuss-Senkung um drei Prozent.
Einsparungen in allen Bereichen
Der Vergleich von Budget und Jahresrechnung 2024 zeigt auf, dass sich die positiven Abweichungen vom Budget über alle Funktionen verteilen. In vielen Funktionen konnten Einsparungen oder Mehreinnahmen verzeichnet werden, die in der Summe zu einem erfreulichen Ertragsüberschuss von rund 340'000 Franken führen. Gemeindepräsident Andreas Baumann stellt der Gemeindeverwaltung ein gutes Zeugnis aus: "Wenn man sieht, dass wir aufgrund von Vakanzen im Verwaltungsteam das Lohnbudget spürbar unterschritten haben, aber dennoch in den meisten Bereichen Mehreinnahmen generieren konnten, dann ist es wohl angebracht, der Gemeindeverwaltung ein grosses Kompliment auszusprechen." Sein Dank gilt aber nicht nur der Gemeindeverwaltung: "Auch den Steuerzahlenden und den Unternehmungen haben wir ein so gutes Ergebnis zu verdanken.”
Vom günstigen Umfeld profitiert
Neben dem Gemeinderat, der Gemeindeverwaltung und den Steuerzahlenden haben aber auch weitere Umstände zum guten Jahresergebnis beigetragen. So konnten verschiedene Aufträge in Bau und Unterhalt zu deutlich tieferen Preisen als angenommen vergeben werden. Aber auch in den Bereichen, in denen die Gemeinde keinen direkten Einfluss nehmen kann, war vieles besser als erwartet. Das diese gebundenen Ausgaben, welche die Gemeinde kaum beeinflussen kann, einen immer grösseren Teil des Budgets ausmachen, bereitet Andreas Baumann etwas Kopfzerbrechen. "Die Budgetierung wird diesbezüglich schon fast zu einer Schätzfrage."
Steuerfusssenkung trotz Minus im Budget 2025
Aufgrund der etwas besseren Vorzeichen zeigt sich das Budget 2025 ausgeglichener als das letztjährige. Trotzdem geht der Gemeinderat Stand heute von einem Defizit von rund 1,6 Mio. Franken aus. Dieser Verlust kann jedoch mit den vorhandenen Reserven aus den Vorjahren gut gedeckt werden. Diese Reserven sind es denn auch, die eine weitere Steuersenkung um drei auf neu 141 Steuerprozente ermöglichen. "Solange der Gemeinderat die Möglichkeit sieht, den Steuerfuss zu senken, wird er das auch tun," meint Andreas Baumann dazu. "So profitiert die Bevölkerung jeweils vom positiven Jahresabschluss."
Investitionsrechnung
Von den im Budget der Investitionsrechnung eingestellten Geldern von knapp 6.3 Mio. Franken wurden rund 1,7 Mio. Franken für folgende Projekte aufgewendet: Der Anbau und die Sanierung des Altbaus vom Schulhaus Steinegg, die Sanierung der Gebäudetechnik in der MZA, der Hauptkanal im Gebiet Feldegg, die Sanierung eines Teilstückes der Matt-Berg-Strasse sowie die Sanierung der Eschenstrasse. Mit den Überträgen und den neuen Projekten umfasst das Investitionsbudget 2025 Kredite in der Höhe von rund 6.5 Mio. Franken. Neu geplant sind neben der Sanierung von Eich-, Bach- und Rosenstrasse auch das dritte Teilstück der Matt-Berg-Strasse, der Ersatz eines Winterdienstfahrzeuges sowie eine Teilinvestition in die Erneuerung des Pumpwerkes Böschenbach.


