Am 14. Juni 2019 ist nationaler Frauenstreiktag. Mit Streiks und Demonstrationen fordern die Frauen in der ganzen Schweiz die längst überfällige Gleichbehandlung von Frau und Mann. Die Frauen sollen für ihre Arbeit den selben Lohn erhalten wie die Männer, und in der Gesellschaft den selben Respekt und Anerkennung finden. Obwohl in der Gemeindeverwaltung Degersheim die Gleichbehandlung längst gelebt und selbstverständlich ist, solidarisieren sich die Frauen der Gemeindeverwaltung Degersheim mit allen anderen Frauen und nehmen an der Streikveranstaltung der Seelsorgeeinheit Magdenau und der evangelischen Kirchgemeinde Flawil in Degersheim teil.

Nach wie vor verdienen Frauen deutlich weniger als Männer, je nach Erhebungsmethode zwischen 12 und 20 Prozent. Im Rentenalter haben Frauen durchschnittlich rund 37 Prozent weniger zur Verfügung. Frauen erledigen immer noch zwei Drittel der unbezahlten Arbeit wie Haushalt, Betreuung und Erziehung der Kinder und reduzieren darum die Erwerbsarbeit. Teilzeitarbeit heisst häufig unfreiwillige Flexibilität, prekäre Arbeitsbedingungen, niedrige Löhne, schlechtere Laufbahnchancen und reduzierte Ansprüche bei den Sozialversicherungen und Renten. Das sollte nicht so sein. Es ist darum richtig und wichtig, auf diese Umstände hinzuweisen und eine bedingungslose Gleichberechtigung zu fordern. Die Frauen der Gemeindeverwaltung Degersheim sind, was die Arbeitsbedingungen und den Lohn betrifft, gleichberechtigt wie die Männer. Vom allgemeinen Rollenbild der Frau in der Gesellschaft sind aber auch sie betroffen. Auf Einladung der Gemeindepräsidentin werden sie aus diesem Grund und auch aus Solidarität mit allen wirtschaftlich nicht gleichberechtigten Frauen gemeinsam an einer Aktion zum nationalen Frauenstreiktag vom 14. Juni 2019 in Degersheim teilnehmen. Sie helfen mit, eine Menschenkette um die katholische Kirche Degersheim zu bilden und würden sich freuen, wenn es ihnen möglichst viele Degersheimerinnen gleichtun würden.