Die Schulsozialarbeit Degersheim gibt es bereits seit dem Jahr 2009 und hat sich seither laufend verändert und weiterentwickelt. Sie ist fester Bestandteil der kommunalen Kinder- und Jugendhilfe, ist vorwiegend in den verschiedenen Schulhäusern tätig und ist aus dem Schulalltag kaum mehr wegzudenken. Dies zeigt sich im Jahresbericht über das Schuljahr 2024/2025.
Die Schulsozialarbeit ist eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, für Erziehungsberechtigte sowie für Lehrpersonen und Schulleitungen. Zu ihrem Aufgabenbereich gehören Beratungen und Interventionen bei persönlichen und sozialen Problemlagen, Projektarbeit sowie die Unterstützung der Schule im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung. Insgesamt ziehen Brigitta Spälti und Marius Niedermann, die beiden Schulsozialmitarbeitenden, trotz der sehr hohen Auslastung im Schuljahr 2024/2025 ein positives Fazit über das vergangene Jahr.
Hohe Auslastung
Während die Schulsoziarbeit bereits im Schuljahr 2023/2024 eine sehr hohe Auslastung und entsprechend hohe Fallzahlen verzeichnete, gab es im Schuljahr 2024/2025 erneut eine sichtliche Zunahme. Zusätzlich zu der statistisch verzeichnenden Zunahme der Fallzahlen hat deren Komplexität in der Summe über die letzten Jahre ebenso zugenommen. Als mögliche Ursachen gelten beispielsweise gesellschaftliche und politische Entwicklungen, Verunsicherungen und existentielle Ängste in Bezug auf die weltliche Lage. Auch Schwierigkeiten im Umgang mit Stress und Leistung, Herausforderungen in Bezug auf Social Media und deren Begleiterscheinungen sind Themen, mit denen die Schulsozialarbeit häufig konfrontiert ist.
Arbeitspensum erhöht
Aufgrund der erneut sehr hohen Arbeitsauslastung der Schulsozialarbeit hat der Gemeinderat im Januar 2024 weitere 20 Stellenprozente genehmigt und somit das Gesamtpensum der Fachstelle auf 135 Stellenprozente erhöht. Brigitta Spälti hat das zusätzliche Pensum übernommen und somit ihr Arbeitspensum auf 80 Prozent erhöht. Marius Niedermann ist weiterhin mit einem Pensum von 55 Prozent tätig. "Dank der Pensumerhöhung können wir mehr Zeit in die Beratungen und die Kriseninterventionen in der Schule investieren," meinen die beiden dazu. "Somit können wir den Schulbetrieb bei Vorkommnissen unmittelbar entlasten."
Einzelfallhilfen erfordern viel Zeit
Im vergangenen Schuljahr lag der Schwerpunkt erneut auf der Einzelfallhilfe für Kinder und Jugendliche, gefolgt von der Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen in Form von Einzelfallhilfe und Fachaustausch, Eltern und Erziehungsberechtigten, Arbeit mit Schulklassen und Absprachen mit den Schulleitungen. Nicht berücksichtigt dabei sind die Stunden für Krisenintervention, die bei herausfordernden Gruppen- und Klassensituationen geleistet wurden. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich eine leichte Verlagerung der geleisteten Stunden. Die benötigte Zeit für die Einzelfallhilfen für Kinder und Jugendliche ging dabei zurück, welche die Schulsozialarbeitenden für die anderen Bereiche nutzen konnten. Ebenfalls zeigt sich eine deutliche Zunahme von Kontaktaufnahmen durch Lehrpersonen und schulinterne Fachpersonen sowie durch Eltern und Erziehungsberechtigte.
Geschlechter und Themen
Mit Blick auf die Geschlechterverhältnisse der Kinder und Jugendlichen, die das Angebot der Schulsozialarbeit nutzten, zeigt sich eine überraschende Veränderung. Im Schuljahr 2023/2024 waren es noch deutlich mehr Mädchen (64%) die mit der Schulsozialarbeit in Kontakt traten. Im Schuljahr 2024/2025 hingegen waren Mädchen und Jungen annähernd gleich vertreten. Der häufigste Anlass für Anfragen waren erneut Konflikte (42% der Anfragen), gefolgt von herausfordernden familiären Situationen (8%, Leistungsdruck und Prüfungen (6%), Ausgrenzungssituationen (6%), Schulabsentismus (5%) und kritische Lebensereignisse (5%). Die restlichen Prozentpunkte verteilen sich auf eine Vielzahl von verschiedenen Beratungsthemen im Zusammenhang mit persönlichen und sozialen Herausforderungen.


