Vor mehr als drei Jahren wurden beim Kindergarten Bergstrasse auf Initiative und finanziert vom Verkehrsverein Degersheim ein Pflückgarten eröffnet. Die Früchte und das Gemüse des im Rahmen von «Degersheim zum Anbeissen» erstellten Gartens, werden in erster Line von den Kindergartenkindern gepflückt und verwendet. Zusammen mit der sonst schon naturnahen Umgebung des Kindergartens, hat er dazu beigetragen, dass die Anlage von Umweltverbänden eine Auszeichnung für Kinder- und naturgerechte Schulhausumgebung erhalten hat.

«Degersheim zum Anbeissen» lebt weiter. Noch immer sind an verschiedensten Orten in der Gemeinde entsprechend gekennzeichnete Gärten oder Beete zu sehen, welche die Passanten einladen, sich zu bedienen. Neben dem Heilkräuterpfad kann der grosse Pflückgarten beim Kindergarten Bergstrasse sicher als einer der Hauptbestandteile von «Degersheim zum Anbeissen» benannt werden. Ein Augenschein vor Ort zeigt, im gut gepflegten Garten wachsen nicht nur diverse Früchte und verschiedene Arten von Gemüse, er ist auch Heimat von Kleintieren. Diese Tatsache ist auch über die Gemeindegrenzen aufgefallen. Mitunter hat der Pflückgarten dazu beigetragen, dass der Kindergarten Bergstrasse vom WWF, der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz und der Bioterra für seine naturgerechte Schulhausumgebung ausgezeichnet worden ist.

Viel mehr als Umgebung

Für den Kindergarten ist seine schöne Aussenanlage aber nicht einfach nur Umgebung. Der Garten ist immer wieder Gegenstand von Themen, welche die Kindergarten-Kinder im Alltag begleiten und natürlich auch ein Übungs-, Entdeckungs- und Spielraum. So wissen sie schon bald, was so alles im Garten wächst und was wie schmeckt. Kartoffeln, Rhabarber, Karotten, Erdbeeren, Mais, Gurken, Johannisbeeren und vieles mehr. Voller Stolz berichten die Kinder, dass sie Mangold geerntet hätten. Ein schon fast in Vergessenheit geratenes Gemüse, das nicht einmal mehr alle Eltern gekannt haben.

Nicht nur zum Essen

Damit nicht nur die schnellsten Kinder, sondern alle von den reifen und schönen Früchten essen können, gilt Anfang Saison jeweils die Regel, dass nur die Lehrpersonen die Früchte pflücken. Diese werden dann beim Znüni geteilt und gemeinsam genossen. Aber nicht nur Früchte, Beeren und Gemüse werden aus dem Garten geholt. Auf die Frage, was denn im Garten alles geerntet werden könne, hört man auch Erstaunliches: Schnecken, Würmer und Raupen zum Beispiel. Selbstverständlich werden diese nicht verspiesen, sondern für die genauere Beobachtung in den Kindergarten geholt. In verschiedenen Terrarien kann so auch einmal beobachtet werden, wie sich ein Wurm unter der Erde bewegt oder wie sich die Raupe verpuppt.

Pommes Frites

Wer ernten will, muss sähen. Auch das lernt der Garten die Kinder. Nach dem Ernten des Mangolds wurde das Beet gemeinsam gejätet und umgegraben, damit anschliessend Gurken gesetzt werden konnten. Noch in der Keimphase befinden sich die Bohnen. Erst wenn sie etwas grösser sind und Wurzeln gebildet haben, werden sie von den Kindern in einem Beet untergebracht. Bereits schon länger in der Erde sind die Kartoffeln, welche dann im Herbst zu einem leckeren Mittagessen verarbeitet werden sollen. Im letzten Jahr war die Kartoffelernte so gross, dass die Kinder damit selber Pommes Frites kochen und erst noch ein halbes Kilo mit nach Hause nehmen durften.

Arbeitsaufwändig

Die Kindergartenlehrperson Rita Zuber verrichtet viele Gartenarbeiten zusammen mit den Kindern. Alle nötigen Arbeiten können mit den Kindern jedoch nicht während der Schulzeit erledigt werden. Darum ist sie auch oft während ihrer Freizeit im Garten anzutreffen. Unterstützt wird sie bei den Arbeiten von den Mitarbeitern des Werkhofs. Rita Zuber freut sich trotz des Arbeitsaufwandes über den Garten und natürlich auch über die nun erlangte Auszeichnung. Sie ist überzeugt, dass mit dem Garten bei den Kindergartenkindern die Freude für die Natur geweckt werden kann.