In der vergangenen Woche durften rund 230 Kinder aus der Gemeinde Degersheim an 46 Kursen des Ferienplauschs Degersheim teilnehmen. Sie bekamen die Gelegenheit, zu musizieren, mit Affen zu frühstücken, Bäche zu erforschen, eine Huskyfarm zu besuchen, Sport zu treiben, zu basteln und zu gestalten. Um dies zu ermöglichen ist viel Vorarbeit und Organisation nötig. Ein achtköpfiges Team sorgt im Hintergrund dafür, dass dies Jahr für Jahr möglich ist.

Vielfältiges Kursangebot

Anfangs Februar beginnt der Vereinsvorstand des Ferienplauschs Degersheim mit den Vorbereitungen: bestehende Kurse werden entweder nochmals durchgeführt oder ersetzt, Ideen und Trends für neue Kurse werden besprochen und die Möglichkeiten geprüft, einen solchen neu in das Angebot mitaufzunehmen. Jedes Vorstandsmitglied nimmt Ideen auf und bringt diese in die Diskussionen ein. Die Angebote müssen unterschiedliche Kriterien erfüllen: Es sollen für beide Geschlechter und für jedes Alter geeignete Kurse vorhanden sein und die Rubriken sollen möglichst alle Interessen berücksichtigen. So waren dieses Jahr auf der Homepage 46 Angebote aus Musik, Abenteuer, Handwerk, Tiere und Natur, Sport, Gesundheit, Berufe, Ernährung und Kreatives Gestalten zu finden. «Der Besuch auf dem Bauernhof sowie die Film- und Lesenacht der Bibliothek waren dieses Jahr enorm gefragt» sagt Carmen Stark, die Präsidentin des Ferienplauschs. Die Kursveranstalter sind zum einen lokale Anbieter, die gerne ihr Können und Wissen dem Ferienplausch zur Verfügung stellen. Zum anderen sind es spezialisierte Anbieter von ausserhalb, deren Angebot nicht im lokalen Umfeld zu finden ist, wie beispielsweise das Kinderspital oder der Flughafen.

Ehrenamtliches Engagement

Nebst den Vorbereitungsarbeiten der Kurse ist der Vorstand noch mit weiteren Tätigkeiten beschäftigt, die für die erfolgreiche Durchführung nötig sind. So ist die Suche nach Sponsoren gemäss Carmen Stark die grösste Herausforderung: «Die Kurse sollen für jede Familie erschwinglich sein. Um die Kurskosten tief zu halten, versuchen wir, möglichst viele Unterstützer zu finden. » Der Vorstand betreibt diesen Aufwand ehrenamtlich. Dessen Mitglieder sind acht Familienmütter aus der Gemeinde, alle mit Kindern im Schulalter. Was treibt die Frauen im Vorstand an, sich in ihrer Freizeit für den Ferienplausch zu engagieren? Laut Carmen Stark sind es die schönen Momente während der Ferienplausch-Woche: «Wenn die Kursanbieter den Kindern leidenschaftlich ihr Handwerk zeigen und wir die funkelnden Kinderaugen sehen, wissen wir, dass sich unser Aufwand gelohnt hat. » Dankbar ist das Vorstandsteam auch allen Elternteilen, die sich jeweils bereit erklären, Kinder zu Kursen zu begleiten und so den Vorstand während der Ferienplausch-Woche zu entlasten.

Nicht alle Wünsche können erfüllt werden

Auf die Frage, wo denn noch Verbesserungspotential liege, meint Carmen Stark: «Leider können nicht alle Wünsche der Kinder erfüllt werden. Es ist nun mal so, dass die sehr beliebten Kurse jeweils massiv überbucht sind und deswegen nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden können. » Die Software, welche die Zuteilung vornimmt, arbeitet nach dem Zufallsprinzip; es gibt keine manuelle Anpassungen des finalen Ergebnisses. Gemäss den Organisatorinnen ist dieser Modus korrekt, denn nur somit ist die Chancengleichheit gewährleistet. Der Vorstand optimiert deshalb jedes Jahr das Kursangebot, um die Nachfrage nach den Kursen möglichst gleichmässig zu verteilen.