Magdenau mit seinen verschiedenen Feuchtgebieten und Gewässern ist ein nationales Amphibienschutzgebiet. Dies bringt nicht nur Ruhm und Ehre mit sich, sondern auch die Verpflichtung, sich dem Naturschutz in diesem Gebiet besonders anzunehmen. Während der vergangenen zwölf Jahre hat sich Toni Helbling aus Wolfertswil als Amphibienschutzbeauftragter der Gemeinde Degersheim um die verschiedensten Frösche, Kröten und Molche gekümmert. Nun gibt er seine Verpflichtung weiter.
Richtig intensiv ist die Aufgabe eines Amphibienschutzbeauftragten jeweils im Frühling. Sobald die Temperaturen steigen, machen sich die Amphibien auf den Weg zu den Laichgewässern, wobei sie verschiedenste Hindernisse überwinden müssen. Damit möglichst viele von ihnen die naturgegebenen und menschgemachten Gefahren überwinden können, sind zahlreiche Massnahmen nötig. Dazu gehören temporäre Strassensperrungen, feste und mobile Leitwerke sowie das Einsammeln der Amphibien. Zu den Aufgaben des Amphibienschutzbeauftragten gehört aber auch die Beobachtung der zahlenmässigen Entwicklung und die Berichterstattung an den Gemeinderat. Anfangs Oktober hat Toni Helbling seinen letzten Bericht verfasst. In Zukunft Simon Witzig, Leiter Werke, die Verantwortung für die Amphibien in Magdenau übernehmen.
Abfall in den Weihern
Eine sinnvolle Aufgabe, mit Bewegung in der Natur und das praktisch vor der Haustüre. Das hat Toni Helbling vor zwölf Jahren unter anderem «gluschtig gmacht», die Aufgabe des Amphibienschutzbeauftragten zu übernehmen. Erlebt hat er in dieser Zeit viel Erfreuliches aber auch Dinge, die ihn nachdenklich gestimmt haben. «Immer wieder musste ich staunen, wieviel Abfall in den Weihern entsorgt werden». Herausgefischt hat er so einiges, berichtet Toni Helbling, «so habe ich selber schon ein Töffli aus dem Weiher gezogen». Aber die positiven Erlebnisse haben überwogen. So konnte er zur Erledigung der vielfältigen Aufgaben immer auf grosse Unterstützung zählen.
Grossartige Unterstützung
Während der letzten sieben Jahre konnte Toni Helbling auf insgesamt fünf Zweierteams zurückgreifen, welche auf den Strassen Amphibien eingesammelt und zum Weiher gebracht haben. Auch erklärten sich immer wieder Einzelpersonen oder Familien bereit mitzuhelfen. «Eine grosse Hilfe war mir auch der ornitologischee Verein, welcher jedes Jahr die mobilen Leitwerke errichtete und wieder abbaute», sagt Toni Helbling. Die Unterstützung war auch notwendig. So erinnert sich Toni Helbling noch gut, wie er zusammen mit seinen Helferinnen und Helfern in einer regnerischen Aprilnacht einmal 850 lebende Tiere auf der Buebentalstrasse eingesammelt hat.
Probleme mit dem Verkehr
Wie fast in jedem Jahr berichtet Toni Helbling auch in seinem diesjährigen Amphibienbericht an den Gemeinderat von Herausforderungen, welche die Tiere zu meistern hatten. In diesem Jahr war es eine Trockenperiode im April, welche die Wasserstände vor allem in den Tümpeln stark sinken liess. Aus diesem Grunde vertrocknete ein grosser Teil des Grasfroschlaichs und zahlreiche Kaulquappen. Auch das Coronavirus war im Bericht Thema, für einmal allerdings positiv. Toni Helbling kam nämlich zum Schluss, dass der massive Rückgang des Verkehrs während des Lockdowns dazu beigetragen hat, dass weit weniger Tiere überfahren wurden als in anderen Jahren. Der Verkehr war ein Thema, das Toni Helbling auch sonst ständig beschäftige. Die Frage, wann sich eine Sperrung der Buebentalstrasse rechtfertigen lässt und wie man die Verkehrsteilnehmenden dazu bringen kann, während der Laichwanderung die Buebentalstrasse zu umfahren, kann er bis heute nicht schlüssig beantworten.
Nun übernimmt Simon Witzig
Am 4. November hat nun Toni Helbling sein Amt offiziell an Simon Witzig übergeben, welcher das Amt im Rahmen seiner Aufgaben als Leiter Werke übernimmt. Simon Witzig ist als Umweltingenieur für diese Aufgabe prädestiniert und kann in seiner Doppelfunktion auch die Zusammenarbeit mit dem Bauamt der Gemeinde Degersheim gut koordinieren. Aber auch er wird weiterhin auf die äusserst wertvolle Hilfe der freiwilligen Helferinnen und Helfer angewiesen sein.


