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title: "Von Degersheim zum Meer"
author: "Gemeinde-News Degersheim"
published: 2018-09-13
region: "Degersheim"
canonical_url: https://flawil-degersheim.regioticker.ch/article/13-09-18-von-degersheim-zum-meer
publisher: RegioTicker
image: https://www.degersheim.ch/newsimg/thumb_1536759449_180914-zummeer.jpg
---# Von Degersheim zum Meer


Wer während einer mehrjährigen Segelreise auf den Weltmeeren geboren wird, hat selbstredend einen engeren Bezug zum Meer. Insofern bekommt der Wegweiser, welcher auf dem Degersheimer Marktplatz die Fliessrichtung des Taabachs mit „Zum Meer“ definiert, für diese Person auch eine spezielle Bedeutung. Aber zeigt der Wegweiser tatsächlich in Richtung Meer und in welches Meer fliesst der Taabach schlussendlich wirklich? Diese Fragen inspirierten Sina Manhart zu ihrer Projektarbeit zum Abschluss der Grundschulzeit an der Oberstufe in Degersheim.

Im Jahr 2002 war die Familie Manhart mit einem Segelschiff auf den Weltmeeren unterwegs, als Sina auf Hawaii zur Welt kam. Die ersten beiden Jahre verbrachte Sina mit ihrer Familie auf den Weltmeeren, bevor sie zusammen in Degersheim sesshaft wurden. Als dann rund zehn Jahre später in ihrem Wohnort weit weg vom Meer ein Wegeweiser montiert wurde, der zu ebendiesem Meer weisen soll, stiess das bei ihr auf besonderes Interesse. Da sie durch ihre älteren Schwestern Kenntnis von den Projektarbeiten zum Abschluss der Oberstufe hatte, war für sie schon bald klar, dass dieser Wegweiser auch für ihre Projektarbeit wegweisend sein sollte. Bereits mehr als ein Jahr vor Schulabschluss machte sie sich auf den Weg, um mit Muskelkraft dem Wasser bis zum Meer zu folgen. Dabei sammelte sie wertvolle Erfahrungen, unvergessliche Erlebnisse und Informationen für eine umfangreiche Reisedokumentation.

**Vom Bach zum Fluss…**

Im April 2017 machte sich Sina zusammen mit ihren Schwestern zu Fuss auf den Weg dem Taa-, dem Käh- und dem Aachbach entlang bis zur Aachsäge. Dort folgten sie dem Necker bis zur seiner Mündung in die Thur bei Lütisburg. Um möglichst nah am Bachverlauf zu bleiben, liefen sie grosse Teile der Strecke am Ufer und nötigenfalls im Wasser selber, was die gut siebenstündige Wanderung sehr beschwerlich machte. Während der Sommerferien 2017 folgte die nächste Etappe, welche Sina mit dem Faltboot von Lütisburg bis nach Basel führte. Sechs Tage lang paddelte sie mit ihrem Vater und einer Schwester auf Thur und Rhein flussabwärts, bis in Basel eine Weiterreise mit dem Boot zu gefährlich worden wäre.

**…zum Meer**

Die letzte und längste Etappe nahm Sina in den Frühlingsferien 2018 in Angriff. Während 13 Tagen fuhr sie mit dem Fahrrad von Basel bis zur Rheinmündung in Rotterdam. Wieder begleitet von ihren älteren Schwestern sass sie jeden Tag rund sechs Stunden im Sattel und verbrachte die Nächte, wie bereits während der Bootsetappe, jeweils in einem Zelt. Die Ankunft in Rotterdam war für Sina nicht nur das Ende von zwei anstrengenden Ferienwochen, sondern auch ein sehr eindrückliches Erlebnis. Zu sehen, wie das was als kleiner, unscheinbarer Bach begonnen hat plötzlich in der Unendlichkeit des Meeres versinkt, war für sie alle Mühen wert. „Ich war 20 Tage unterwegs habe so viel gesehen und erlebt, nicht im Unterricht sondern hautnah“, schwärmt sie. Sie ist überzeugt, dass auch andere Schülerinnen und Schüler ganz tolle Projekte realisieren können. „Wenn man genug Motivation hat, geht alles.“

**Sponsoren waren nötig**

Wie bei jeder Projektarbeit hat die Schule Degersheim auch die Reise von Sina nicht finanziell unterstützt. Um die Unkosten tragen zu können, suchte sich Sina vorgängig Sponsoren, welche ihr symbolisch einen Teil der Strecke finanzierten. Aber auch unterwegs fand sie immer wieder Gönner. Mit Freude erinnert sich Sina an einen Zeltplatz in Nordrhein-Westfalen, wo Sina nicht nur gratis übernachten durfte, sondern vom Betreiber auch noch ein wackeres Reisegeld mit auf den Weg bekam. Zudem sorgte er auch für einen Bericht in einer Lokalen Norddeutschen Zeitung. Ein Dokument, das in der Projektarbeit natürlich nicht fehlen darf.

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