In vielen Schweizer Gärten stehen Wildbienenhotels aus Holz, gefüllt mit Bambusröhrchen oder Bohrlöchern die als Nistplätze für Wildbienen dienen sollen. Für den Schutz der Tiere bringen diese hübschen Kästen leider nur wenig.
Von den rund 600 Wildbienenarten in der Schweiz sind bereits etwa zehn Prozent ausgestorben. Weitere 35 Prozent stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Der Biologe und Wildbienenspezialist Andreas Müller sagt dazu, „Für die Sensibilisierung der Menschen ist das eine gute Sache, aber für den Naturschutz sind diese Häuschen kein Beitrag." Tatsächlich werden die Hotels nur von wenigen, weit verbreiteten Arten wie der Mauerbiene genutzt. Viele andere Wildbienenarten bevorzugen andere Nistplätze wie etwa im Boden, in Totholz oder in leeren Schneckenhäusern. Die standardisierten Modelle aus dem Handel sind für sie nicht geeignet.
Um Wildbienen zu unterstützen, sollten im Garten natürliche Lebensräume geschaffen werden: offene Bodenstellen, heimische Wildblumen, Sträucher oder Totholz. Solche wilden Ecken sind für die bedrohten Arten deutlich wertvoller als gekaufte Bienenhotels. Noch wichtiger als ein geeigneter Nistplatz ist eine reichhaltige Nahrungsquelle, da Wildbienen auf Pollen von einheimischen Blütenpflanzen angewiesen sind. Tipps, zur Verbesserung der Nistmöglichkeiten und des Nahrungsangebots im Garten oder auf dem Balkon finden Sie unter www.wildbienen.info.


