Der Jahresabschluss liegt mit einem Ertragsüberschuss von rund 930'000 Franken deutlich über den Erwartungen und ist deshalb umso erfreulicher. Weniger erfreulich sind die Aussichten für das kommende Jahr. Das Budget sieht ein Defizit vor, wie es ein solches seit langem nicht mehr gab. Im operativen Budget ist ein Aufwandüberschuss von gut 2 Mio. Franken vorgesehen, welcher mit einem Bezug aus der Ausgleichsreserve auf rund 700'000 Franken reduziert werden soll.
Um ziemlich genau 1.5 Mio. Franken schliesst die Jahresrechnung der Gemeinde Degersheim besser ab als budgetiert. Somit resultiert statt einem Verlust rund 130'000 Franken und einer Entnahme aus der Ausgleichsreserve von gut 420'000 Franken ein Gewinn von 933'866 Franken, der in die kumulierten Ergebnisse der Vorjahre (sprich: in die Reserve) eingelegt werden kann. Beim Budget 2024 sieht es weniger positiv aus. Die Mindereinnahmen der Steuern sowie weniger Einnahmen aus dem Finanzausgleich werden ihre Spuren hinterlassen. Gleichzeitig nimmt auch der Aufwand zu. Vor allem im Bereich der Schule ist aufgrund der aktuell sehr hohen Schülerzahlen mit deutlichen Mehraufwänden zu rechnen. Aber auch die zunehmenden Gesundheits- und Sozialkosten belasten die Gemeinderechnung zusätzlich.
Sparsam
Grundlegend für den guten Jahresabschluss waren für einmal nicht die höheren Steuererträge, sondern ein sehr haushälterischer Umgang mit den Finanzmitteln. Während die Steuereinnahmen dem Budget entsprechen, wurden in fast sämtlichen Funktionen die Budgets auf der Ausgabenseite nicht ausgeschöpft. Verschiedene Optimierungen führten zu Einsparungen in der Verwaltung.
Schwierige Budgetierung
Zu anerkennen ist jedoch auch, dass es teilweise sehr schwierig ist, genau zu budgetieren. Bei mehr als 80% der Ausgaben handelt es sich um gebundene. Gebunden sind Ausgaben dann, wenn eine gesetzliche Pflicht zu dieser Leistung besteht. Insbesondere fallen darunter die Löhne des Verwaltungspersonals, die Sozial- und Gesundheitskosten sowie auch grosse Teile der Schulkosten. «Selbstverständlich ist es auch bei gebundenen Ausgaben möglich, diese aufgrund der effektiven Zahlen der Vorjahre etwas abzuschätzen», erläutert Gemeindepräsident Andreas Baumann. «Gemeinderat und Gemeindeverwaltung haben aber keine Möglichkeit, hier gross Einfluss zu nehmen und oftmals entscheidet ein nicht vorhersehbares Ereignis, ob eine Ausgabe nötig wird oder nicht».
Trübe Aussichten
Trotzdem ist es aber wichtig, bei der Budgetierung nicht zu offensiv zu werden und diese Ausgaben nicht zu zurückhaltend zu budgetieren. Zurückhaltung hat der Gemeinderat bei der Budgetierung der nicht gebundenen Ausgaben geübt. So sind im Budget 2024 fast keine Ausgabenpositionen zu finden, die nicht dringend erforderlich sind. Dennoch sieht das Budget einen Verlust von gut 2 Mio. Franken vor. Dies vor allem auch wegen Mindererträgen bei den Steuern, einem Rückgang des Finanzausgleiches und höheren Aufwänden im Bereich der Bildung, der Gesundheit und dem Sozialwesen. Das Defizit kann jedoch mit einer Entnahme aus der Ausgleichsreserve in der Höhe von 1.3 Mio. Franken auf rund 700'000 Franken reduziert werden.
Reserven sind vorhanden
Die Finanzplanung sieht auch für die kommenden Jahre Verluste vor. Aktuell bestehen aber genügend Reserven, mit welchen diese ausgeglichen werden können. Mit einer Einlage in die kumulierten Ergebnisse in der Höhe des Jahresgewinnes statt einer geplanten Entnahme aus den Ausgleichsreserven belaufen sich die Ausgleichsreserven und die kumulierten Ergebnisse nun mittlerweile auf über 5.5 Mio. Franken. Ausreichend, um trotz negativen Budget und eher schlechteren Aussichten für die kommenden Jahre den Steuerfuss erneut senken zu können. Entsprechend beantragt der Gemeinderat an der Bürgerversammlung zum sechsten Mal in Folge eine Steuerfusssenkung um 3 % auf 144 %
Investitionsrechnung
Von den im Budget der Investitionsrechnung eingestellten 7.9 Mio. Franken wurden rund 3.6 Mio. Franken für die Sanierung des Schulhauses Steinegg und verschiedene Investitionen im Bereich der Strassen und Spezialfinanzierungen verwendet. Insgesamt 4.1 Mio. Franken werden ins Budget der Investitionsrechnung 2024 vorgetragen. Zusammen mit den noch durch die Bürgerschaft zu bewilligenden Krediten für die Sanierung des Schwimmbades, die Digitalisierung in der Volksschule sowie die Überführung der Liegenschaft Kirchstrasse 21 in das Verwaltungsvermögen entspricht dies einem Investitionsbudget 2024 von gut 11 Mio. Franken.
Vorversammlung
Die Jahresrechnung 2023 und das Budget 2024 sowie die Kreditanträge werden anlässlich der Vorversammlung vom Mittwoch, 20. März 2024, in der evangelischen Kirche Degersheim erläutert. Zudem besteht dort die Möglichkeit, Fragen zu den Anträgen sowie zur weiteren Tätigkeit des Rates zu stellen. Der Gemeinderat freut sich auf eine rege Beteiligung an der Vorversammlung


