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title: "Eröffnung des Heilkräuterpfads"
author: "Gemeinde-News Degersheim"
published: 2019-08-15
region: "Degersheim"
canonical_url: https://flawil-degersheim.regioticker.ch/article/15-08-19-eroffnung-des-heilkrauterpfads
publisher: RegioTicker
image: https://www.degersheim.ch/newsimg/thumb_1565773598_190816-heilkraeuterlehrpfad-vvd_front.jpg
---# Eröffnung des Heilkräuterpfads


Degersheim hat bald eine Attraktion mehr: Am Vormittag des Degersheimer Jahrmarkts wird der Heilkräuterpfad eröffnet. Der Verkehrsverein steht damit vor dem Abschluss des Projekts «Degersheim zum Anbeissen».

«Lass die Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung». Der dies gesagt haben soll, war Hippokrates von Kos, der berühmteste Arzt seiner Zeit und sogenannter «Vater der modernen Medizin». «Modern» war Hippokrates in der Tat und wohl darum haben sich seine Grundsätze und seine Einstellung zur Medizin («Hippokrates-Eid») bis heute erhalten. Das war im 4. Jahrhundert vor Christus. Doch Hippokrates war nicht der Erfinder der Kräuterheilkunde, sondern er sammelte das Wissen um die besondere Heilkraft von Kräutern und wendete sie an. Der Einsatz von Kräutern zur Linderung von gesundheitlichen Beschwerden und ihr präventiver Einsatz bei der täglichen Nahrung ist jedoch noch viel älter, wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst.

**Trennung nicht möglich**

Die Trennung zwischen Heilpflanzen und Küchenkräutern ist eigentlich nicht möglich und auch nicht sinnvoll. Beim neuen Degersheimer Heilkräuterpfad, dessen Prämisse es ist, ausschliesslich einheimische, alpenländische Kräuter zu präsentieren, wird informativ auf Heilkräuter, Küchenkräuter und Giftpflanzen hingewiesen. Doch beim Gift ist es so, dass die Dosis die Wirkung bestimmt. Keiner weiss dies besser als der Degersheimer Drogist Thomas Schneider, der Ideengeber des Heilkräuterpfads: «Man kann auf dem Pfad diverse Kräuter nicht nur kennenlernen, sondern erfährt auch, wozu sie gut sein können». Mit detaillierten Hinweisschildern werden die Pflanzen beschrieben und deren Nützlichkeit in Küche oder Medikamentenkasten dargestellt.

**Zwei Kräuterbeete gebaut**

Zusammen mit dem Degersheimer Gartenbauer Bruno Vanzo hat Schneider die Idee ausführungsbereit entwickelt. Vanzo ist in den letzten Wochen zur Tat geschritten und hat mit Sohn Livio beim Hotel Wolfensberg eine «Kräuterspirale» aufgebaut. Und auf der Nordseite der Katholischen Kirche haben die beiden Gartenbauer ein Kräuterbeet erstellt, das sich der kirchlich-klösterlichen Heilkräuterkunde widmet. Drogist Schneider: «Viele Klöster betrieben eigene Heilpflanzengärten und dokumentierten die festgestellten Heilwirkungen der angewandten Pflanzen. Einige dieser kirchlichen Kräuterheiler aus den vergangenen Jahrhunderten sind bis heute ein Begriff. Dazu gehören Hildegard von Bingen, Kräuterpfarrer Künzle oder der Abt Gregor Johann Mendel».

**Im Föhrenwäldli schon da**

Mit Hinweisschildern wird auf mehr als zwei Dutzend Pflanzen, die auf natürliche Weise hier wachsen, hingewiesen. Mit den Hinweisen werden diese Heilkräuter, von denen einige giftig sind oder giftige Bestandteile haben, in die Wahrnehmung der Vorbeispazierenden geholt. Nimmt man sich die Zeit, sich die Pflanzen, Stauden und Sträucher näher anzusehen, staunt man, was es alles gibt und vor allem: dass es sie vor unserer Haustüre gibt. Schneider meint dazu: «Es gibt viel mehr, als man denkt. Auf den Wiesen, entlang der Wege oder in den Wäldern sind überall Kräuter mit Heilwirkungen zu finden». Aber man müsste sie kennen. Mit dem Heilkräuterpfad möchte der Verkehrsverein das ändern.

**Heilkräuterpfad fertiggestellt**

Thomas Scherrer, Präsident des VVD meint: «Die Erklärungen können auch dazu dienen, sich selber Kräuterpflanzen anzulegen oder einen heilsamen Tee selbst zu machen». Drogist Schneider dazu: «Viele der Kräuter kann man sich getrocknet oder als Tinktur auch in der Drogerie besorgen». Der Heilkräuterpfad führt vom Dorfzentrum zum Föhrenwäldli, dann zum Wolfensberg und kehrt via katholische Kirche zum Ausgangspunkt zurück. Die gesetzten Kräuter haben längst Wurzeln geschlagen und gedeihen prächtig an ihren Standorten. «Die Standorte werden unterhalten», sagt Scherrer, «diese Verantwortung liegt beim Verkehrsverein. Die Unterhaltskosten sind überschaubar und für die nächsten zwei Jahre sind sie gedeckt». Bereits jetzt schon kann man den Weg begehen und sich die Kräuter vor Augen führen.

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