Konzerte haben in Degersheim eine lange Tradition. Seit 1961 haben sie einen festen Platz im Kulturleben des ehemaligen Stickerdorfes. Nachdem in den letzten Monaten das kulturelle Leben aufgrund der Pandemie grundsätzlich eingeschränkt war, soll mit dem Dreikönigskonzert am 9. Januar 2022 endlich wieder ein Konzert stattfinden können.

Initiant der ersten Konzerte in Degersheim war der damalige Musiklehrer Fritz Ruch, der als Pianist und Organist das musikalische Leben im Ort massgeblich mitgeprägt und die „Degersheimer Abendmusiken“ aus der Taufe gehoben hatte. Die Zuhörerschaft kam in den Folgejahren regelmässig in den Genuss von klassischer Musik auf beachtlichem Niveau. Die Konzerte fanden mehrheitlich in einer der beiden Dorfkirchen statt. Im Jahre 1993 stand das 100. Konzert auf dem Programm. Es war zugleich das Ende dieses mehr als drei Jahrzehnte dauernden Zyklus. Bis zur Jahrtausendwende stellte sich in musikalischer Hinsicht eine Baisse ein. Es fanden zwar einzelne Musikaufführungen statt, doch diese konnten sich nicht als traditionelle Anlässe im örtlichen Kulturleben etablieren. Mit dem Millennium kam der Umschwung. Von Musikfreunden - mit Joseph Senn als treibende Kraft - wurde das erste Dreikönigskonzert organisiert. Eine neue Ära wurde eingeläutet. Dieses höchst erfolgreiche Unterfangen erfreut nun Jahr für Jahr viele Musikliebhaberinnen und ihre Begleiter. Erst nach der 21. Auflage fiel im Januar 2021 dieser weit herum bekannte Anlass der Pandemie zum Opfer.

Im Hintergrund sind nun alle Fäden gezogen, dass am ersten Sonntag nach dem Dreikönigstag, am 9. Januar 2022, ein weiteres musikalisches Glanzlicht gesetzt werden kann. An traditioneller Stätte, nämlich in der katholischen Kirche, soll um 17.00 Uhr mit harmonischen Klängen und beschwingten Weisen das neue Jahr begrüsst werden. Das Appenzeller Kammerorchester unter der Leitung von Martin Surber wird in der Jakobus-Kirche gastieren.

Klassik trifft Volksmusik

Im Zentrum des Konzertes steht das berühmte Klarinettenkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart. Er hat es im Jahr 1791 als eines seiner letzten Werke komponiert. Die Klarinette war damals ein neues Instrument, das erst gerade entwickelt worden war, und sie faszinierte die Komponisten jener Zeit. Als Solistin dürfen wir die in Degersheim wohnhafte Klarinettistin Patrizia Collenberg begrüssen. Zeitgenössische Werke des jungen Walliser Komponisten Andreas Zurbriggen sorgen für einen harmonischen Übergang zum zweiten Konzertteil, der von volkstümlichen Klängen geprägt ist. Zäuerli und Tanzmusikstücke sorgen für eine beschwingte und zugleich andächtige Stimmung, was bekanntlich ein typisches Merkmal der Appenzeller Volksmusik ist.