In unregelmässigen Abständen erscheinen im Fladeblatt Mundartgeschichten vom «Tegerscher Bueb», die sich vor rund siebzig Jahren tatsächlich in Degersheim zugetragen haben. In der aktuellen Ausgabe erzählt der Bueb, wie er und seine Familie durch einen Stallbrand unverhofft zu einem weiteren ungewöhnlichen Haustier gekommen sind. Nach der Veröffentlichung der letzten Geschichte wird schliesslich verraten, wer der Tegerscher Bueb ist. Noch ist es aber nicht so weit.
De Beck Nef isch am Brot verträge gsy, er stoht i üsem Tenn und verzellt Neuigkeite während er s’Retourgeld usezehlt: «Losed guet zue, i de Matt une häts brennt und en huffe Gaffer stönd au ome.» De Beck werft de Geldsäckel i d’Chräze und goht. D’Muetter rüeft: «Wo isch de Bueb!» Er chunnt hinderem Tennstor före und tuet ganz oschuldig. Er hebi nid wele lose, het aber glich alles ghört. Per Zuefall sig er is Tenn cho. D’Muetter schickt ihn i d’Stube und het befohle, er söll zerscht Ufgobe mache, denn chön er minetwege de Brand go aluege. Zur Sicherheit hät sie au no Stube abgsperrt. De Bueb hät grechnet, bis er all die Ufgabe gmacht hät, isch es scho erbe spot und alles wär scho verbi gsi. Er isch denn zum Fenster use, hät umeglueget und isch denn wies Bisiwetter übers Oberdorf Richtig Bergstross it Matt abe. Er isch bewusst nid über d’Wanne gange, wil bim Roth häts e Gans gha und die hät er gfürchtet. Er hät die Gans ebe mängmol au gneckt und die Gans hät de Bueb kennt. De Bueb chont met viel Schnuf an Brandplatz und stunet, wie viel Lüt scho do sind. Gwondere cha mer jo immer. Au dFürwehr isch meteme Schluchwage itroffe. Es hät wit und breit kän Hydrant gha. Aber d’Fürwehrmanne wösset scho was mache. Sie stauet es Bächli vom Waldrand und es git en rechte Weiher, wo sie denn metere Pumpe sWasser zum Füür chönt bringe. De Nachber vom Bur mänt denn: «Isch au guet, isch sGras nöd eso hoch.» Druf abe mänt de Bur: «I has gester no gmät, ha scho denkt es gäb viel Lüt!» Zwei Polizischte sind au uf em Platz. Sie nötzet im Moment nid viel, eine isch vo Flawil und eine vo Tegersche. Sie säged zunenand: «Chom mir gönd doch no i d’Beiz en Kaffi go trinke.» D’Frau vom Bur stoht bim Nossbom, öpe 100 Meter vo de Schür weg. Sie isch ganz verstört. Wo sie denn de Bur gseht, wie er zu ere chunt, isch sie denn öpis ruhiger worde. Sie fröget de Bur: «Hender d’Tier chöne rette?» «Sechs Chüe hemmer usem Stall use gholt. SRoss isch uf de Wiese und hät vom Ganze nüt gmerkt. Hingege d’More isch met emene Tääl vo ihrne Fährli in Wald inne gsecklet.» Wos nemli brennt het, het me d’Stalltür uf tue und e paar Süli sind in Wald gsprunge. En Täl hend Verbrennige gha. Me het denn denkt, die Süli sterbet sowieso und isch dem nid witer nooh gange. De Hägi, de Muni, isch no im Stall gse und het brüllt wie en Wilde. Natürli fürchts alli, wo um de Stall stönd. Au d’Fürwehr het Angscht vor em Muni gha. Emene Metzger händs aglüte, er söll sin Karabiner bringe, gföllt mit emene volle Magazin. Alli hend gruefe: «De Metzger söll de Muni endlich verschüsse.» De Metzger isch den muetig in Stall gange, zielet uf d’Stirn vom Muni, es knallt, er schloht e chli us und fallt den vorn uf de Stallbode. Denn hend e paar Manne de Muni mit em Fläschezug us em Stall zoge. No mengi Familie hät den Siedfleisch ufem Teller zum Esse gha. Mir sind den nomol zum Bur gange und hend em gsät, dass mir trü Süli im Wald ifgange heget. Mir wellet die trü zrugg bringe, damit er öppis an Schade hegi. Mir hend die trü Süli in enere Säfechischte uf em Läterewage gha. Doch de Bur het gmänt: «Bhaltet die Süli för eu.» Mir hend ös gfreut und die Süli mitgnoh. Uf em Häweg sind mir bim Bur Hablützel verbi cho und er hät zwei vo dene drü Süli gnoh. Wo mer denn mit dem Süli hä cho sind, het de Vater überhopt kä Freud gha. Wills chalt isch gsy, het me das Süli innere Chischte in Keller abe tue. Aber s’ganze Hus het nach Süli gstunke. Hät me Kischte mit em Süli veruse toh, hend d’Nochbure reklamiert. Vom Für hät das Süli no Brandwunde über de Rugge gha und de Vater häts jede Tag mit Johannisbeeröl iigstriche. Mit vereinte Chräft hemer den i de Höre uf üsem Pflanzplätz en provisorische Stall baue. «Sugge» hend mir ihre gsät und ihre isch es wohl gsi. Sie isch meischtens frei ume gloffe, bis abe is Schwalmetöbeli, aber nie wieter eweg. Am Obig het me ihre gruefe und sie isch selbständig in Stall inne gange. Mir Gofe hend mit ihre s`Chalb gmacht: «Mach s’Mannli, sitz, gib s’Pfötli und ligg abe!» Dur die Behandlig mit em Johaniisbeeröl het sich neui Hut bildet und das Säuli isch langsam zur Sau worde. Sie hät denn kei Platz me im Stall gha und me hät sie denn frei laufe loh. Aber will sie jo e Sau gsi isch, hät sie i de Erde afange wüele. Me hät de Sugge drom en Nasering verpasst. Will sie denn nüme hät chüne wüele, hät sie denn agfange Zwetschgestei z’verbisse. D’Kerne hät sie gfresse und Schale isch denn verspickt. Fasch immer isch sie em Vater wienes Hündli nohglofe und er hät immer meh e Beziehig zu ihre übercho. Gege de Herbscht isch die Sau denn schlachtriif worde. Me hät si nid müesse uf d’Woog tue, denn mir hend sie jo für üs schlachte loh. De Vater hät mit em Metzger en Termin abgmacht. Er bringi d’Sugge em Morge am Achti is Schlachthus. Am Morge hät er en Strick um Klaue bunde, isch mit ihre de Höreweg ufegloffe bis zur Postautogarasch und denn isch sie äfach stoh blibe. De Vater hät sie chraulet und sie hät em flatiert. Er häts nüme übers Herz brocht, sie zum Metzger z’bringe und isch wieder umkehrt und hät em Metzger gseit, er chön die Sau nid bringe. De Milchma hät sie denn mit em Sauewägeli gholt und in Schlachthof brocht. Mir händ no lang Fleisch, Speck, Schinke und Wörscht vo de Sugge gesse und sie isch üs i beschter Erinnerig blibe.


