Als ehemalige Landwirtsbetriebe waren die Liegenschaften im Buebental bis im vergangenen Mai nicht an die Kanalisation angeschlossen. Das Abwasser wurde in die Jauchegruben geleitet. Nach dem Abschluss des Abwassersanierungsprojekts Buebental verfügen nun sämtliche Liegenschaften über einen Anschluss an die Kanalisation, so dass ihr Abwasser in der Abwasserreinigungsanlage Oberglatt geklärt werden kann.
Im September 2017 hat der Gemeinderat beschlossen, das Projekt Abwassersanierung Buebental an die Hand zu nehmen. Dieses sah den Anschluss sämtlicher acht Liegenschaften im Buebental, darunter auch zwei Liegenschaften auf dem Gebiet der Gemeinde Oberuzwil, an das Kanalisationsnetz vor. Nach aufwändigen administrativen Vorarbeiten konnten die Bauarbeiten im April 2020 an die Hand genommen werden. Bei der Ausführung derselben waren einige Hürden zu überwinden. Mittlerweile sind aber alle Leitungen verlegt und die Gräben wieder zugeschüttet.
Baubegleitungen
Die neuen Abwasserleitungen führen nicht nur durch eine Gewässerschutzzone, sondern auch durch eine Fruchtfolgefläche. Entsprechend galt es gemäss den Weisungen des Kantons eine bodenkundliche und eine hydrogeologische Baubegleitung beizuziehen und deren Anordnungen zu befolgen. Eine Tatsache, welche die Ausführung der Arbeiten oft verzögert hat. Denn, gegraben werden durfte nur, wenn die Feuchtigkeit des Bodens ein gewisses Mass nicht überschritt. «Das hatte zur Folge, dass bei Nebel kaum gearbeitet werden konnte», erklärt Projektleiter Adrian Baumgartner. «Somit waren Grabarbeiten während der grundsätzlich idealen Baumonate im Herbst nicht möglich». Ebenso musste darauf geachtet werden, dass der Boden so wenig wie möglich befahren wurde.
Doppelwandig und überwacht
In der Grundwasserschutzzone gelten nicht nur für die Grabarbeiten spezielle Vorschiften. Auch die verlegten Leitungen müssen gewissen Sicherheitsanforderungen genügen, damit kein Abwasser ins Grundwasser gelangt. Das Rohr ist entsprechend doppelwandig und auch überwacht, so dass ein allfälliges Leck sofort bemerkt und behoben werden kann. Neben den erwähnten Herausforderungen verliefen die Bauarbeiten jedoch reibungslos. Abgesehen vom vielen Schnee, der im vergangenen Frühjahr eine längere Baupause erzwang, waren keine aussergewöhnlichen Vorkommnisse zu verzeichnen.
1'600 Meter Leitung
Die neu erstellte Abwasserleitung führt von den Liegenschaften im Buebental hinunter zur Buebentalstrasse und von dort via ein Pumpwerk als Druckleitung entlang der Hauptstrasse, über die Rudlen bis hin zur Maestrani. Dort wurde sie auf der Westseite der Hauptstrasse an die bestehende Abwasserleitung angeschlossen. Die verlegten Leitungen weisen eine Länge von insgesamt 1'600 Metern und Durchmesser von 75 bis 160 Millimeter auf. In die Gräben eingelegt wurden auf der gesamten Länge auch Leerrohre, in welchen bei Bedarf Kabel für Kommunikationsnetzwerke eingezogen werden können.
Nächstes Projekt
Mit dem Anschluss des Buebetals an die Kanalisation ist das zweitletzte grosse Abwassersanierungsprojekt in der Gemeinde Degersheim abgeschlossen. Noch ausstehend ist das Abwassersanierungsprojekt Moos-Hölzli-Wittenberg, welches baldmöglichst an die Hand genommen werden soll.


