Zur Schule Degersheim gehören die Kindergärten, die Primarschulen und die Oberstufe. Rund 80 Lehrpersonen unterrichten 550 Kinder und Jugendliche in den Schulanlagen. Die Tendenz ist steigend und der Schulraum knapp. Der Gemeinderat hat nun verschiedene Massnahmen verabschiedet, mit welchen er den Schulraum beschaffen will. Der Kredit für die umfassenste Massnahme, einen Anbau an den Altbau des Schulhauses Steinegg, soll an einer ausserordentlichen Bürgerversammlung im Herbst 2022 eingeholt werden.

Die Geburtenrate in Degersheim lag in den vergangenen 15 Jahren im Schnitt bei etwa 1,1 Prozent. Das heisst, durchschnittlich waren 46 Geburten pro Jahr zu verzeichnen. Der stete gesellschaftliche Wandel verlangt eine flexible und situative Nutzung der Schulräumlichkeiten. Der Lehrplan und die Ausbildung der Lehrpersonen betonen immer mehr die Methodenvielfalt. Vor diesem Hintergrund wird ein variables Arrangement des Lernraumes angestrebt, in dem ganze beziehungsweise halbe Klassen unterrichtet werden oder Schülerinnen und Schüler in Leseecken oder an PC-Arbeitsplätzen individuell oder in Gruppen lernen können.

Um für die nächsten zehn Jahre Platz zu schaffen, hat der Gemeinderat auf Vorlage einer eigens für die Schulraumplanung eingesetzten Arbeitsgruppe verschiedene Massnahmen gutgeheissen. Mit einem Pavillon auf dem Kiesplatz und der Umgestaltung des Schulhausflurs können beim Schulhaus Sennrüti je ein zusätzliches Klassenzimmer und ein Gruppenraum geschaffen werden. Zwei weitere Klassenzimmer und zwei Gruppenräume sollen mit der Erweiterung des Anbaus an den Altbau des Schulhauses Steinegg entstehen. Zusätzlich soll dieser einer umfassenden energetischen Sanierung unterzogen werden.

Anbau und Sanierung

Der Altbau des Schulhauses Steinegg wurde im Jahr 1955 erstellt. Seit der Errichtung der Mehrzweckanlage Steinegg beheimatet er neben der Musikschule und den Büroräumlichkeiten der Schulleitung auch Werk- und Handarbeitsräume sowie ein Klassenzimmer. «Aufgrund seines Alters ist die energetische Sanierung der Gebäudehülle und des Daches ohnehin angezeigt. Naheliegend also, dass im Zusammenhang mit der Sanierung auch die Erweiterung des bestehenden Anbaus ins Auge gefasst wird», sagt Gemeindepräsidentin Monika Scherrer. Das vorliegende Projekt zeigt auf, dass mit einem Anbau im Bereich der heutigen Pausenhalle zwei Schulzimmer und zwei Gruppenräume geschaffen werden können.

Ausserordentliche Bürgerversammlung

Die Kosten für die energetische Sanierung und den Anbau belaufen sich gemäss Projektstudie auf 2,9 Millionen Franken. Ein Kredit in dieser Höhe muss von den Stimmberechtigten anlässlich einer Bürgerversammlung genehmigt werden. Damit der Schulraum möglichst bald geschaffen werden kann, hat der Gemeinderat beschlossen, diesen an einer ausserordentlichen Bürgerversammlung am 26. September 2022 einzuholen. Bereits vorgängig soll das Baubewilligungsverfahren in die Wege geleitet werden, damit nach der Bürgerversammlung die Bauarbeiten verzugslos an die Hand genommen werden können.

Pavillon beim Sennrüti

Beim Schulhaus Sennrüti ist im Eingangsbereich genügend Platz vorhanden, um einen zusätzlichen Gruppenraum einzubauen. Die dazu nötigen baulichen Massnahmen werden im ersten Halbjahr 2022 umgesetzt.

Ab Schuljahr 2022/2023 stehen für den Kindergarten Sennrüti neue Räumlichkeiten zur Verfügung: «Ein glücklicher Zufall wollte es, dass wir von der Gemeinde Klosters einen Pavillon erwerben können», erklärt Schulratspräsidentin Annemarie Schwizer. «Dieser wurde dort während eines Schulhausneubaus benötigt und war günstig abzugeben». Der Pavillon, von einem einheimischen Betrieb in massiver Holzbauweise erstellt, konnte für 80'000 Franken von der Gemeinde Klosters käuflich erworben werden.