In der Flade-Ausgabe Nr. 19 vom 12. Mai 2023 machte die Leserschaft Bekanntschaft mit dem «Tegerscher Bueb». Der Knabe lebte vor rund 70 Jahren in «Tegersche» und war in manch spannende Geschichte verwickelt. In dieser Ausgabe gewährt der Tegerscher Bueb Einblick in sein Familienleben und in die ungeliebten Turnstunden.
Zerscht sind drü Buebe cho, denn zwei Mätle. D’Muetter isch streng gsy, und wenn sie de Teppichklopfer i de Luft umegschwunge hät, isch es nüme luschtig gsy. De Vater hät immer en Bambusstecke uf em Esstisch gha. Emol hät d’Schwöster bim Mittagesse de Stecke unter d’ Öpfelmues-Schüssle gsteckt. S’obligate Tischgebet-«Amen» hät soviel wie gheisse: Achtung fertig los! De Vater hät luut Rueh gforderet, wot de Stecke äweg neh und nimmt de Stecke samt de Öpfelmues-Schüssle äweg. S’ganz Öpfelmues isch öber de Tisch glofe und es isch so komisch gsy, dass sogar de Vater hät müesse lache. De Bueb hät s’Privileg gha und hät als Einzige vo de Gschwöstere döre zum Onkel Toni i d’Ferie gho. För en isch das eifach s’Gröschte gsy. En Buurehof mit Chüe und Ross. Ross hät me zum Härdöpfel ernte brucht und de Bueb hät döre mitmache. Au hät er müesse Fallobst uflese, aber au chöne dävo esse so viel er hät wölle und hät denn au Buchweh übercho. De Onkel hät ihm denn es Schnäpsli gäh und sin Buch hät sich schnell wieder beruhigt.
Bim Turne het de Bueb kä Freud gha. Es isch en alte Lehrer gsy wo nüme so motiviert Turnstunde gä het. Er het kei Trainer a kha und isch mit de gwöhnliche Chleider und de Strasseschue i d’Turnstund cho. Im Turne het er immer s’Gliche gmacht. Er isch i d’Mitti gstande, het mit em Trömmeli de Takt ageh und mir händ wie im Zirkus müesse im Kreis ume springe. Jedesmol s’Gliche. Em Bueb isch das z’blöd worde und er isch nüme im Takt glofe und het die andere ufgstachlet, s’Gliche z’tue. De Lehrer het de Bueb zu sich i d’Mitti gruefe und het gseit er söll hää go und het em no en Gingg gäh. De Bueb isch hää gange, het en Holzkeil gnoh und het en bi de Usgangstör vo de Turnhalle iiklemmt und isch wieder hää gange. Wo s’Turne fertig gsy isch, goht de Lehrer mit stramme Schritt als Erschte zu de Tör und isch i d’Tör inne grennt und het sich e blaus Aug gholt. Natürlich het de Bueb mitere Strof grechnet, aber am Nomitag isch nünt passiert. De Lehrer het tue, wie wenn nünt gscheh wär. Au em nöchschte Tag nüd und au am übernöchschte Tag. Aefach nünt isch passiert. Diä Spannig und Uugwissheit isch für de Bueb die gröschti Strof gsy. Er het no lang grechnet, öppis muess doch no cho, aber nüd isch passiert.


