Die Schulsozialarbeiterin Brigitta Spälti reiste während ihren Ferien in die Westukraine, um eine Unterkunft für geflüchtete Menschen zu besuchen. Bei der Einweihung und den Besuchen weiterer Projekte in den Karpaten erlebte sie, wie hart sich die Realität des Krieges für die Betroffenen auswirkt.

Während ihren Ferien reiste Brigitta Spälti, Schulsozialarbeiterin der Gemeinde Degersheim, zur Einweihung einer Winterunterkunft für Binnenflüchtlinge in die Ukraine. Sie ist Teil eines internationalen Netzwerks von Nachhaltigkeitsprojekten, das dieses Projekt initiiert hat. Das daraus entstandene Gebäude bietet geflüchteten Menschen in der Westukraine eine wintertaugliche Unterkunft. Die Einweihung war ein lebhafter Anlass mit ukrainischer Musik, Tanz und Gesang. Anschliessend besuchte sie zwei Nachhaltigkeitsprojekte in den Karpaten, wo Menschen weitgehend selbstversorgend leben. In Gesprächen mit Geflüchteten aus dem Osten zeigte sich die harte Realität des Krieges. Eine Mutter berichtete, wie sie knapp der Bombardierung entkam und später in die Karpaten floh, wo sie ein neues Leben begann. Eine andere Mutter erzählte, dass ihr Heim zerstört wurde und sie mit ihrer Tochter zwei Wochen in einem Bunker ausharren musste, bevor sie in der Westukraine Zuflucht fand. Ihr Ehemann erlitt schwere Traumafolgen vom Kriegseinsatz. Ein Mann berichtete von seinen Erlebnissen als Soldat und Unterstützer an der Front. “Es ist entscheidend, Menschen aus den umkämpften Gebieten Rehabilitationsplätze und traumatherapeutische Unterstützung zu bieten”, betont Brigitta Spälti. “Diese Massnahmen werden bereits teilweise an verschiedenen Orten in der Westukraine umgesetzt.” Diese Projekte sind für Brigitta Spälti eine Herzensangelegenheit. Die Eindrücke aus dem kriegsgebeutelten Land machen sie betroffen. “Der Anblick einer langen Allee mit vielen grossen Fototafeln als Gedenken an gefallene Menschen in der Stadt Lviv stimmte mich traurig, und ich werde ihn wohl nicht mehr vergessen. Aber es ist beachtlich, mit welcher Kraft die Menschen im Westen sich für kriegsbetroffene Menschen einsetzen."