30 Jahre Monterana, davon 15 Jahre in Degersheim. In der Monterana-Schule gibt es in diesem Jubiläumsjahr Einiges zu feiern. Aus einem Kinderhaus in St. Gallen hat sich in dieser Zeit eine Schule für sämtliche Altersklassen entwickelt, deren Grundsätze jedoch dieselben geblieben sind: Das selbstgestaltete Lernen nach Maria Montessori. Zum Jubiläum finden in der Monterana im Mai noch ein Jubiläumsbrunch, ein Tag der offenen Tür mit Improvisationstheater sowie ein Podiumsgespräch statt.
Die Monterana-Schule bietet eine Alternative zur Volksschule und ist zu einem festen Bestandteil der Gemeinde Degersheim geworden. In diesem Jahr feiert sie bereits ihr 30-jähriges Jubiläum. Grund genug, um einen Blick auf ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu werfen.
Klein angefangen und stetig gewachsen
Im Jahr 1994 gründete Susanne Tobler gemeinsam mit zwei befreundeten Pädagoginnen den Verein Montessori Kinderhaus und Schule St. Gallen. Die drei richteten im Haus Mühlegg in St. Georgen einen Kindergarten ein. Vier Jahre später folgte die Eröffnung einer Primarschule und nach dem 10-jährigen Jubiläum begann der Aufbau der Oberstufe. Auf der Suche nach einem Haus mit grösserem Umschwung wurde man 2009 in Degersheim fündig und bezog eine geeignete Liegenschaft an der Unterdorfstrasse. Auch dort wurde der Platz schliesslich knapp, und die Oberstufe wich 2017 in das Grauergebäude an der Feldeggstrasse aus. Nach dem Einrichten einer grossen Holz- und Metallwerkstatt mit Gestaltungsatelier an der Kirchstrasse erfolgte im Jahr 2023 die letzte grössere Erweiterung mit der Umgestaltung der Räume der Spiki-, Basis- und Primarstufe sowie der Eröffnung des Stickereisaals an der Taastrasse.
Grundsätze
Das selbstgestaltete Lernen basiert auf der Philosophie der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori. Entsprechend verwenden die Lehrpersonen Montessori-Material, damit die Kinder und Jugendlichen durch Visualisierung und eigenes Handeln den theoretischen Schulstoff begreifen. Um einen bewertungsfreien Raum zur freien Entfaltung zu schaffen, erhalten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Tätigkeiten innerhalb der „vorbereiteten Umgebung“ selbst zu wählen und in ihrem eigenen Tempo zu lernen. Ein individuell ausgerichteter Stundenplan, der auf die Grundkompetenzen und individuellen Stärken der Kinder ausgelegt ist, ermöglicht einen wert- und stressfreien Raum, der für ein druckfreies und entspanntes Umfeld sorgt. Eine enge Zusammenarbeit und der regelmässige Austausch mit Eltern und Erziehungsberechtigten sind für die Verantwortlichen ebenfalls selbstverständlich.
Lern- und Lebensort
Susanne Tobler ist stolz auf das gemeinsam Erreichte: "Wir bieten Angebote für Kleinkinder (Spiki), Basis-, Primar- und Oberstufe (Real und Sek), ein weiterführendes Angebot für junge Menschen nach der obligatorischen Schulzeit (Stufe 5) sowie Angebote für Eltern und Erwachsene. Unsere Lehr- und Betreuungspersonen gehen mit den Kindern und Jugendlichen in eine vertrauensvolle und gleichwürdige Beziehung. Sie begleiten sie bei ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung gemäss ihren individuellen Voraussetzungen und den äusseren Umständen. Ziel ist, dass die Kinder lernen, eigenständig und lebenspraktisch unterwegs zu sein und für sich oder gemeinsam Entscheidungen zu treffen und Lösungen zu finden."
Ein System mit Zukunft
Die Verantwortlichen blicken zuversichtlich in die Zukunft. Die Schule ist im Dorf gut integriert und man ist darauf bedacht, den Kontakt mit anderen Schulmodellen auszubauen. Dazu hat die Schule mit 110 Schülerinnen und Schülern eine gesunde Substanz. Die Bedenken über allfällige Schwierigkeiten, die Abgängerinnen und Abgänger der Monterana zu meistern haben, können die Verantwortlichen entkräften. "Natürlich können in der Umstellung auf eine neue Umgebung, ein neues System, Schwierigkeiten auftauchen. Die "Montis" sind jedoch motiviert, zielorientiert, selbstständig und denken aktiv mit. Mit diesen Eigenschaften können sie sich schnell einfügen und sich am Arbeitsmarkt oder an einer weiterführenden Schule gut behaupten," meint Susanne Tobler dazu.
Jubiläumsjahr
Während des Jubiläumsjahres, das bereits im Sommer 2024 begonnen hat, bietet die Monterana-Schule noch bis Ende Mai verschiedene Anlässe für die gesamte Bevölkerung an. So findet am 11. Mai ein Jubiläumsbrunch statt und am 17. Mai öffnet die Monterana-Schule ihre Türen und lädt alle Interessierten zu einem Besuch ein. Am selben Abend spielen die Wendejacken im Stickereisaal Improvisationstheater, was zusammen mit dem Kulturpunkt Degersheim veranstaltet wird. Abschluss der Jubiläumsaktivitäten ist am 21. Mai ein Podiumsgespräch, das wiederum im Stickereisaal stattfindet. Weitere Informationen sind unter monterana.ch/jubiläum zu finden.


