Am Freitag, 11. November 2022 trafen sich Interessierte in der Bibliothek Ludothek Degersheim zu einer ganz besonderen Lesung. Zusammen mit der St. Galler Schauspielerin Diana Dengler begaben sie sich auf eine Zeitreise durch die Ostschweizer Textilgeschichte.

Die Ostschweiz ist weltweit für ihre textile Tradition bekannt. Bis heute werden wunderbare Stoffe im Raum St. Gallen entworfen. Die Stickerei hat die Dörfer rund um die Stickereihochburg St. Gallen über die Jahrhunderte geprägt, so auch das Dorf Degersheim. Am Freitagabend tauchten die Besucherinnen und Besucher der Lesung in die glorreiche, aber auch tragische Textilgeschichte ein. Diana Dengler nahm die Gäste mit auf eine Reise durch die Stickereigeschichte, von den Anfängen bis in die Gegenwart. Dabei schlüpfte sie in die Rolle eines Stickers aus dem Toggenburg, einer Näherin aus dem Rheintal, in diejenige eines Unternehmers aus Paris oder eines Stickereifabrikanten aus St. Gallen. Leider war die sehr kurzweilige und spannende Reise viel zu schnell zu Ende. Bei einem feinen Apéro konnten die Gäste noch lange über das Gehörte diskutieren. Viele der Anwesenden haben einen direkten Bezug zu der Geschichte, sei es, weil ihre Urgrosseltern arme Handsticker waren oder sie in einem ehemaligen Stickerhaus wohnen. Im Gepäck hatte Diana Dengler Stoffproben von Akris dabei, was die Geschichte zusammen mit den Stickereimustern der ehemaligen Degersheimer Stickereifirma Grauer greifbar machte. Das spezielle Ambiente der Bibliothek, die sich im ehemaligen Ausstellungsraum der Stickereifirma befindet, trug zum Gelingen der Veranstaltung bei. Die Lesung ist eine von drei Veranstaltungen rund um die Stickereigeschichte in Degersheim. Gestartet wurde mit einer Führung durch das Dorf. Dank der grossen Nachfrage führte Silvan Locher gleich drei Gruppen durch Degersheim und wusste dabei sehr viel Interessantes zu berichten. Noch bis am Samstag, 17. Dezember 2022 ist während der Öffnungszeiten der Bibliothek Ludothek die Ausstellung «Stickereigeschichte Degersheim» im Gebäude der ehemaligen Stickereifirma Grauer an der Feldeggstrasse 1 zu bewundern.