Dank der Spitex können Pflegebedürftige in ihrer vertrauten Umgebung bleiben und trotzdem professionelle Pflege in Anspruch nehmen. Die Mitarbeitenden der Spitex Flawil-Degersheim haben auch im vergangenen Jahr mit viel Fachwissen und Empathie ein hohes Mass an Arbeit erledigt. Dies zeigen die Zahlen aus der Jahresstatistik.

430 Klienten, 280 Frauen und 150 Männer, nahmen im vergangenen Jahr die Dienstleistungen der Spitex Flawil-Degersheim regelmässig in Anspruch. In der gleichen Zeitspanne wurden rund 56'850 Besuche registriert. Die Spitex-Mitarbeitenden haben während 25'200 Stunden in Flawil und Degersheim Frauen und Männer, jüngere und ältere, betreut und gepflegt.

Alternative zum Pflegeheim

„Wenn es keine Spitex gäbe, müsste ich ins Heim“, meint die 85-jährige Klientin aus Flawil. Seit April 2024 gehen bei ihr täglich Spitex-Mitarbeitende ein- und aus, einmal am Morgen, einmal am Abend. Für die professionelle Unterstützung der Spitex in ihrem Alltag ist die Flawilerin dankbar. Sie selbst kennt Pflegedienstleistungen aus eigener Erfahrung, weil sie gelernte Krankenschwester (FAGE) ist und zusammen mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann während 28 Jahren ein Alters- und Pflegeheim geführt hat.

Entscheidung über die Wohnform

Heute lebt sie in einer gemütlich eingerichteten Wohnung in Flawil. Im Eingangsbereich steht ein Rollator. Es gibt viele Fotos ihrer Familie aus einer Zeit, in der sie körperlich noch nicht beeinträchtigt war. Heute ist vieles anders. Nach mehreren Operationen und einem Aufenthalt in einer Reha-Klinik stellte sich dann die Frage: Eigenes Heim oder Pflegeheim? Die Antwort fiel ihr dabei nicht leicht. Kurz wurde die Option „Heim“ geprüft. Lachend erzählt sie: „Die Kleider waren schon mit Etiketten mit meinem Namen versehen.“ Schliesslich fiel der Entscheid für das eigene Zuhause. Autonom und selbstständig zu bleiben, ist für sie von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig weiss sie, dass ohne die Unterstützung der Spitex vieles nicht funktionieren würde.

Individuelle Betreuung

Die 85-Jährige ist bei der Körperpflege auf Hilfe angewiesen: Eine Schulter ist stark lädiert, in einer Hand hat sie kaum noch Gefühl und zudem ist sie auf Medikamente angewiesen. Anfangs richteten die Spitex-Mitarbeitenden ihre Medikamente. Inzwischen übernimmt sie diese Aufgabe wieder selbst, ist jedoch froh, dass die Spitex-Mitarbeitenden weiterhin alles kontrollieren. Bei der Spitex stehen die Bedürfnisse der Klientinnen und Klienten im Mittelpunkt. Verändert sich der Unterstützungsbedarf, werden die Einsätze gemeinsam angepasst.

Vertrauen und Gratis-Gedächtnistraining

Die Flawilerin wird nachdenklich. Oft werde sie von Bekannten gefragt, ob es denn nicht schwierig sei, fremde Menschen in die eigene Wohnung zu lassen. Für diese Frage hat sie wenig Verständnis, denn für sie sind die Mitarbeitenden der Spitex keine fremden Personen mehr. Dennoch habe sie sich anfangs selbst gefragt, ob sie damit zurechtkäme, wenn immer wieder jemand anderes kommt. Mittlerweile weiss sie, dass dies kein Problem ist, im Gegenteil. Sie lacht hell auf: „Wenn wieder jemand anderer kommt, muss ich mich anstrengen und nach dem Namen suchen. Das ist für mich ein Gratis-Gedächtnistraining.“ Da das Team der Spitex Flawil-Degersheim überschaubar ist, kennen die Klientinnen und Klienten mit der Zeit ohnehin alle Spitex-Mitarbeitenden. Trotz aller Schicksalsschläge hat sie ihren Humor nicht verloren. Verschmitzt lächelnd sagt sie: „Ich müsste mir etwas ausdenken, wenn ich etwas Negatives über die Spitex sagen wollte.“ Sie ist mit den Dienstleistungen der Spitex Flawil-Degersheim rundum zufrieden.