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title: "Hausverschiebung in Degersheim"
author: "Gemeinde-News Degersheim"
published: 2023-08-31
region: "Degersheim"
canonical_url: https://flawil-degersheim.regioticker.ch/article/31-08-23-hausverschiebung-in-degersheim
publisher: RegioTicker
image: https://www.degersheim.ch/newsimg/thumb_1693381386_230901hausverschiebungen.jpg
---# Hausverschiebung in Degersheim

**Am Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte die Meinung vor, dass öffentliche Bauten markante Plätze im Dorf erhalten sollen. Deswegen entschloss man sich, an diesen Plätzen Raum zu schaffen und die dort bereits bestehenden Häuser zu verschieben. Diesem aussergewöhnlichen Thema haben sich die Chronisten gewidmet und in ihrem Schaufenster an der Hauptstrasse 71 eine erste Ausstellung darüber bereitgestellt. Schwerpunkt sind das Gemeindehaus und die Kantonalbank.**

Am Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte die Meinung vor, dass öffentliche Bauten markante Plätze im Dorf erhalten sollen. Deswegen entschloss man sich, an diesen Plätzen Raum zu schaffen und die dort bereits bestehenden Häuser zu verschieben. Diesem aussergewöhnlichen Thema haben sich die Chronisten gewidmet und in ihrem Schaufenster an der Hauptstrasse 71 eine erste Ausstellung darüber bereitgestellt. Schwerpunkt sind das Gemeindehaus und die Kantonalbank.

Dass die Kirchen einen besonderen Platz im Dorf erhalten sollen, stand zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausser Frage. Deshalb mussten für den Bau der heutigen evangelischen Kirche im Jahr 1907 einige Häuser auf der Steinegg weichen. Sogar gemeindeübergreifend fanden Verschiebungen statt; so geschehen mit dem alten evangelischen Pfarrhaus, das damals im Pärklein der heutigen katholischen Kirche stand. Der «Umzug» nach Wattwil fand in den Jahren 1923/24 statt. Am Standort des heutigen Gemeindehauses, das 1908 als Postgebäude und Ersparnisanstalt erbaut wurde, stand das Haus der Wagnerei Leicht. Dieses wurde an den Böschenbach verschoben. Jahre später verschob man das Haus Balmer, das direkt gegenüber vom Gemeindehaus stand, an die heutige Poststrasse 2. Das ehemalige Pfarrhaus an der Hauptstrasse bekam einen neuen Standort, der acht Meter weiter östlich lag. Damit schuf man Platz, um im Jahr 1934 die Erbauung das Kantonalbankgebäudes am heutigen Standort zu ermöglichen. Auch der Pausenplatz des stattlichen Schulhauses Sennrüti war nicht seit Beginn so geräumig gestaltet. Schliesslich stand doch dort bereits ein «störendes» Haus. Dieses hat man 1905 an die Gotthardstrasse 7 verschoben. Das Verschieben von Häusern diente auch privaten Interessen der Industriellen Grauer und Kuhn. So wurde beispielsweise im Jahr 1901 vor der Errichtung des dritten und letzten Ziegelsteinkomplexes an der Taastrasse 7 ein Haus an die Sonnenbergstrasse 2 verschoben. Die Fundamente am neuen Standort wurden jeweils neu erstellt. Die heutigen zahlreichen Hausanschlüsse gab es in jener Zeit nicht. Das Wasser wurde jeweils am Brunnen geholt. Frau Emma Lendenmann berichtete, dass im ehemaligen Pfarrhaus während des Transportes sogar gekocht wurde. Einzig das Plumpsklo hatte ausgedient und musste am neuen Standort wieder gezimmert werden.

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