Der fast 30-jährigen Tradition folgend, kündigt der Bundesrat fürs kommende Jahr wieder höhere Krankenkassenprämien an. Im Kanton St. Gallen steigen die mittleren Monatsprämien nächstes Jahr um 5%. Für viele Haushalte ist das Geld, das jeden Monat schmerzlich fehlt.
Ein Kassenwechsel oder eine höhere Franchise kann die persönliche Prämie senken. Das löst aber das Grundproblem nicht: Im Gesundheitswesen fehlen weiterhin wirksame Anreize, unnötige Kosten zu vermeiden. Wer spart, profitiert kaum. Die Selbstbedienung geht weiter. Die Intransparenz bleibt bestehen. Entschädigt wird weiterhin die Anzahl Behandlungen und nicht der Behandlungserfolg.
Der Bundesrat trägt dafür politische Verantwortung. Nun will er per Ende Jahr ein maximales Kostenwachstum definieren, ohne dabei verbindlich festzulegen, was bei dessen Überschreitung geschieht. Die Frage bleibt also weiterhin bestehen: Hat der Bundesrat tatsächlich einen Plan, wie er seine eigenen Kostenziele durchsetzen will oder erleben wir auch zukünftig jedes Jahr dasselbe Prämiendebakel?


