Flawil ist mehr als ein Budget. Mehr als Aufwand und Ertrag, Steuerprozente und Investitionen. Flawil ist der Ort, an dem wir leben. Wo unsere Kinder zur Schule gehen, wo Vereine Menschen zusammenbringen, Strassen und Wege funktionieren, ältere Menschen Unterstützung erhalten und wir uns begegnen.
Vieles davon ist für uns selbstverständlich. Vielleicht gerade deshalb, weil es funktioniert.
Diese Selbstverständlichkeit ist viel wert, hat aber auch ihren Preis.
Die finanziellen Herausforderungen nehmen zu. Gesundheit, Pflege und Alter kosten mehr. Bund und Kanton stehen selbst unter Spardruck – und Entscheide auf diesen Ebenen können zusätzliche Kosten für die Gemeinden bedeuten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an eine moderne und lebenswerte Gemeinde.
Deshalb müssen wir uns kritisch hinterfragen: Wo können wir effizienter werden? Was können wir besser machen? Und worauf können wir verzichten? Genau das tun wir mit «Fokus 2028». Die Hintergründe und Zahlen dazu finden Sie im Budgetbericht 2027.
Aber wir müssen auch ehrlich sein: Eine Gemeinde ist kein Unternehmen, das ein unrentables Produkt einfach aus dem Sortiment streichen kann. Viele Aufgaben sind gesetzlich vorgeschrieben. Andere kosten vergleichsweise wenig, tragen aber viel zu unserer Lebensqualität und unserem Zusammenleben bei.
Über Jahre konnte Flawil den Steuerfuss senken. Gleichzeitig sind Preise, Aufgaben und Anforderungen gestiegen. Diese Entwicklung stellt uns heute vor schwierige Entscheidungen.
Darum sollten wir nicht nur fragen: Was kostet uns Flawil? Sondern auch: Was ist uns Flawil wert?
Flawil ist bei der Urbanistica/Sotomo-Studie bezüglich Lebensqualität nicht umsonst auf Platz 1 in der Region gelandet und wird im UBS-Ranking «Wohnattraktivität» als überdurchschnittlich bezeichnet. Hinter den Zahlen stehen konkrete Dinge: gute Schulen, sichere Wege, gepflegte öffentliche Räume, Unterstützung im Alter, Sport, Kultur und Begegnungen.
Wir müssen mit jedem Steuerfranken sorgfältig umgehen. Wir müssen weiter effizienter werden und Prioritäten setzen. Gleichzeitig müssen wir uns bewusst sein, was wir erhalten und weiterentwickeln wollen.
Denn am Ende investieren wir nicht einfach in ein Budget.
Wir investieren in den Ort, den wir unser Zuhause nennen.
Rolf Claude, Gemeindepräsident



